Starker Schweizer Franken brockt SNB 23 Milliarden Verlust ein

Starker Schweizer Franken brockt SNB 23 Milliarden Verlust ein

Durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses und die Aufwertung des Schweizer Franken haben die in Euro und Dollar gehaltenen Fremdwährungspositionen der SNB stark an Wert verloren. Nun gibt es 23 Milliarden Franken Verlust.

Als die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Jänner 2015 den Euro-Mindestkurs von 1,20 Schweizer Franken aufhob, schadete sie damit nicht nur den österreichischen Häuslbauern mit ihren Fremdwährungskrediten, sondern auch sich selbst. Denn die Ergebnisentwicklung der SNB hängt maßgeblich von einem milliardenschweren Fremdwährungsportfolio ab. Als der Schweizer Franken gegenüber dem Euro und dem Dollar an Wert gewann, brachte dies auch der SNB große Verluste auf ihre in Euro und Dollar gehaltenen Reserven ein.

Link: Aktueller Wechselkurs Euro/Schweizer Franken

Die definitiven Zahlen dazu werden erst am 4. März veröffentlicht, nach vorläufigen Zahlen steht jedoch ein Minus von 23 Milliarden Franken zu Buche. Der Hauptteil des Verlustes beläuft sich auf die erwähnten Fremdwährungspositionen, nach den provisorischen Berechnungen sind es 20 Milliarden Franken Verlust. Auch der gesunkene Goldpreis macht der SNB zu schaffen, hier gibt es vier Milliarden Franken Bewertungsverlust. Auf die Frankenpositionen gibt es immerhin einen Gewinn von einer Milliarde Franken.

Ausschüttungsreserve sinkt auf 2 Milliarden Schweizer Franken

Die Rückstellungen (1,4 Milliarden Franken) und der Jahresverlust summieren sich auf 24,5 Milliarden Franken. Das ist weniger als die Ausschüttungsreserve von 27,5 Milliarden Franken. Wegen des daraus resultierenden Bilanzgewinns kann die Nationalbank trotz Jahresverlust eine Dividendenauszahlung von 15 Franken je Aktie und eine Ausschüttung von 1 Milliarde Franken an ihre Eigentümer - wie der Schweizer Bund und die Kantone - leisten. Danach beträgt die Ausschüttungsreserve nur noch zwei Milliarden Franken.

Ihren bisher höchsten Verlust häufte die SNB mit 19,2 Milliarden Franken 2010 an. Auch damals hatten Wechselkursverluste zum Minus geführt.

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