Österreicher steigen aus Franken-Krediten aus

Österreicher steigen aus Franken-Krediten aus

Der Abbau der Franken-Kredite in Österreich schreitet voran: Im zweiten Quartal sei das entsprechende Kreditvolumen im Jahresvergleich um gut 15 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro geschrumpft, teilte die Finanzmarktaufsicht (FMA) am Montag mit. Das ist der tiefste Stand seit acht Jahren.

Vor der Finanzkrise haben viele Österreicher Fremdwährungskredite - meist in Schweizer Franken - aufgenommen, um etwa den Bau ihrer Häuser zu finanzieren. Seit 2008 hat der Franken im Vergleich zum Euro jedoch gut ein Drittel an Wert gewonnen. Viele Privatleute hatten daher Probleme, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Die Finanzaufseher waren daraufhin eingeschritten und hatten die Neuvergabe von Fremdwährungskrediten verboten. Die österreichischen Banken hatten mit ihren Kunden zudem Lösungen für einen Umtausch der Darlehen erarbeitet. Um eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern, hatte die Schweizer Nationalbank eine Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken eingeführt.

Ungarn Stellt Banken Ultimatum

Doch nicht in allen Ländern geht der Abbau der Franken-Kredite reibungslos vor sich. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban stellte den in dem Land aktiven Instituten am Freitag ein Ultimatum bis November, um den Bürgern einen günstigen Tausch von Fremdwährungskrediten in Forint-Darlehen anzubieten. Den Großteil der Verluste, der dabei entsteht, sollten die Geldhäuser und nicht die Bürger tragen, sagte Orban am Freitag im ungarischen Rundfunk. Das sei die "moralische Verpflichtung der Banken". Falls es bis zum 1. November keine Lösung gebe, werde die Regierung das Problem lösen, kündigte Orban an, ohne Details zu nennen.

Orban möchte mit dem Programm ungarischen Familien helfen, die meist vor der Finanzkrise 2008 hohe Kredite in Schweizer Franken oder Euro aufgenommen haben, und diese nun wegen des Wertverfalls der Landeswährung Forint nicht mehr zurückzahlen können. 2011 hatte Orban ein ähnliches Programm aufgelegt, das in Ungarn tätigen Banken wie der BayernLB-Tochter MKB oder der Erste Group und Raiffeisen Bank International hohe Verluste eingebrockt hatte. Die Institute wollten sich zu dem Thema nicht äußern.

Daniel Gyuris, der Chef des ungarischen Bankenverbandes, zeigte sich überrascht über die Äußerungen des Ministerpräsidenten. Eine Lösung könne nur im Einvernehmen von Banken, Regierung und Verbrauchern erzielt werden, sagte Gyuris, der auch Chef der ungarischen OTP Mortgage Bank ist. Er setze darauf, dass die Gespräche zwischen Banken und der Regierung in der nächsten Woche fortgesetzt würden.

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