Die Inflationslüge

Die Inflationslüge

Basierend auf Schwarzmarkt-Wechselkursen unterziehen Steve Hanke, Ökonom und Professor an der Johns Hopkins University, und das Cato Institute Währungen sowie die publizierten Inflationsdaten einem regelmäßigen Realitätscheck. Während die offiziellen Devisenkurse und Teuerungsraten dabei recht stabil anmuten, crasht die eine oder andere Währung am Schwarzmarkt schon mal – Folge: Die Inflation steigt extrem – oft bis zur Hyperinflation.

Aktuell finden sich auf der Who-is-Who-Liste der Inflationslügner der Johns Hopkins Universität und dem Cato Institute sechs Länder: Iran, Argentinien, Venezuela, Ägypten, Syrien und angesichts der auffälligen Zurückhaltung des Regimes von Kim Jong-un auch Nordkorea. Sie alle haben eines gemeinsam: Die Menschen haben aus verschiedenen Gründen – von politischem Versagen über Bürgerkrieg bis zu wirtschaftlichen Sanktionen – das Vertrauen in die Lokalwährung verloren. Am Schwarzmarkt geht der Kurs auf Talfahrt, doch die politische Führung hält die offiziellen Kurse weitgehend stabil. Die Währungskrise treibt jedoch die Inflation an, die Kaufkraft der crashenden Währung sinkt, was das Vertrauen weiter erschüttert.

Iran

Die Idee für das "Troubled Currencies Project" der Johns Hopkins Universität und des Cato Institute wurde im Zuge der iranischen Inflationskrise im Herbst 2012 geboren, als sich die Wirkung der Sanktionen des Westens auf die Volkswirtschaft des Iran zeigten. Laut Ökonom Steve Hanke war der Unterschied zwischen dem offiziellen Rial-Dollar-Wechselkurs und dem Kurs auf dem Schwarzmarkt im Juli 2010 vernachlässigbar. US-Präsident Barack Obama hatte gerade den "Comprehensive Iran Sanctions, Accountability, and Divestment Act" unterzeichnet. Seither haben sich die offiziellen und Schwarzmarkt-Wechselkurse allerdings immer weiter voneinander entfernt.

Im September 2012 beschleunigte sich der Verfall des Rial, was einherging mit einem dramatischen Einbruch der Nachfrage nach der iranischen Währung und schließlich zu Hyperinflation führte (monatliche Teuerungsraten von über 50 Prozent). Obwohl sich der Rial mittlerweile etwas stabilisiert hat, bleibt die Inflation nach Schwarzmarkt-Wechselkursen enorm: Aktuell liegt sie bei 74,2 Prozent.

Nordkorea

Auch wenn die kommunistische Regierung in Pjöngjang ihr Land noch so stark abschottet, wächst der Handel, vor allem auch der Schwarzhandel, zwischen Nordkorea und China. Die nordkoreanische Währung, der Won, spielt dabei zumindest bei inoffiziellen Geschäften offenbar so gut wie keine Rolle mehr. Die Nordkoreaner stürzen sich auf den Yuan und den Dollar, sie meiden den Won, auf dem Schwarzmarkt ist er daher deutlich weniger wert als offiziell bekundet.

Das Misstrauen gegenüber dem Won und der Trend zu Dollar & Co. hat mit einer Währungsreform im Jahr 2009 zu tun. Doch was als Reform bezeichnet wurde, war nichts weiter als die Einführung einer "neuen" Währung – eines neuen Won, bei dem einfach zwei Nullen weggestrichen wurden. Die Bürger konnten aber nur einen Teil der alten Währung in die neue umtauschen. Das löste Panik aus, die Nachfrage nach Devisen erhöhte sich, der Won crashte , die Inflation verschärfte sich.

Argentinien

Inflation ist aus Argentinien eigentlich nicht mehr wegzudenken. Aktuell steht Argentinien laut Hanke am Rande einer neuen Währungskrise. Kapitalkontrollen und eine sich verschlechternde Leistungsbilanz in Kombination mit einer wirtschaftsfeindlichen Politik setzen den Peso unter Druck . "Aktuell erhält man auf dem Schwarzmarkt 8,2 Peso für einen Dollar, womit der Wert der argentinischen Währung 34 Prozent niedriger ist als offiziell vermeldet. Das bedeutet eine aufs Jahr hochgerechnete Inflationsrate von 24,8 Prozent ", erklärt Hanke. Bislang wurden die Auswirkungen einer derart hohen Inflationsrate durch die massiven Preiskontrollen der argentinischen Behörden vertuscht.

Venezuela

Inflation ist auch in Venezuela kein Fremdwort, das ebenfalls versucht hat, das Problem mittels Preiskontrollen zu lösen – und dabei genau wie Argentinien spektakulär scheiterte. "Um die massiven Sozialausgaben der Chavez-Ära zu finanzieren, reichten die Devisen aus dem Öl nicht aus. Die Zentralbank warf die Druckerpresse an, was zum Verfall des Bolivar führte", so Hanke. Inflation war die Folge. Auf dem Schwarzmarkt liegt der Wert des Bolivar 80,6 Prozent unter dem offiziellen Wechselkurs, was eine aufs Jahr hochgerechnete Inflationsrate von 249 Prozent impliziert.

Ägypten

Preis- und Kapitalkontrollen haben in Ägypten im Zuge der Wirtschaftspolitik von Mohammed Mursi eine Verknappung und einen Verfall des ägyptischen Pfund ausgelöst. "Die Ägypter durften zusehen, wie als Konsequenz die Inflation ihren Lebensstandard zerstörte", erklärt Hanke. "Angesichts der fehlgeleiteten Wirtschaftspolitik von Mursi und der Muslimruderschaft, waren die offiziellen Preis- und Inflationsstatistiken bald meilenweit entfernt von der Realität. Der Schwarzmarkt gewann die Oberhand." Laut Hanke lag die Inflationsrate basierend auf Schwarzmarkt-Wechselkursen Anfang Juli bei annualisierten 27 Prozent – dreimal höher als die von der Staatsführung publizierte Inflationsrate.

Syrien

Bürgerkrieg und Wirtschaftssanktionen haben die syrische Volkswirtschaft massiv beeinträchtigt. Um den Verfall der syrischen Währung zu stoppen, begann das Assad-Regime alle Geschäfte – mit Hilfe des Iran, von Russland und China – in Rial, Rubel und Yuan zu tätigen. Daneben bestehen weitere Vereinbarungen mit den Verbündeten, die die syrische Volkswirtschaft am Leben erhalten – etwa Kreditlinien, die Lieferung von Öl, etc.

Laut Kadri Jamil, dem syrischen Wirtschaftsminister, ist diese Unterstüzung notwendig, da die syrische Volkswirtschaft Ziel eines Angriffs der USA und Großbritanniens sei, um das "syrische Pfund zu vernichten".

"In einem verzweifelten, fehlgeleiteten Versuch, die Währung vor dem Verfall zu schützen, führte das Assad-Regime massive Strafen gegen den Handel der Währung auf dem Schwarzmarkt ein. Schon im Oktober 2012 erwies sich diese Strategie als nutzlus, nämlich als sie der Iran einsetzte. Genauso wie es auch im Iran der Fall war, führten die Versuche den Handel mit der Währung zu unterbinden, zu einer Panik – einem Abverkauf des syrischen Pfund", erklärt Johns Hopkins-Professor Hanke in seiner Analyse. Am 10. Juli 2013 erreichte das syrische Pfund auf dem Schwarzmarkt ein Allzeittief bei 265 Pfund je US-Dollar.

Auch wenn es keine zuverlässigen Konjunkturdaten aus Syrien gibt, mit dem Währungsverfall ging laut Hanke ein dramatischer Anstieg der Inflation einher. Per Ende Juli weist das Cato Institute eine annualisierte Inflationsrate von 213,64 Prozent aus.

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