Neues Geld für alte Schulden: Erste Bundesanleihenauktion 2016

Neues Geld für alte Schulden: Erste Bundesanleihenauktion 2016
Neues Geld für alte Schulden: Erste Bundesanleihenauktion 2016

Die erste Bundesanleihenauktion des Jahres 2016 startet am Dienstag, den 12. Jänner. Mit den daraus erwarteten Einnahmen von rund 1,2 Milliarden Euro sollen zwei Bonds aufgestockt werden. Der Großteil des Geldes wird zur Tilgung von Staatsschulden benötigt

Die Republik Österreich wird am kommenden Dienstag beim ersten in diesem Jahr anstehenden Auktionstermin für Bundesanleihen rund 1,2 Mrd. Euro frisches Kapital aufnehmen. 2016 sollen insgesamt 27 bis 30 Mrd. Euro auf den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen werden. Das sind um bis zu 30 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. 20 bis 22 Mrd. Euro davon werden auf Bundesanleihen entfallen.

Bei der diesjährigen ersten Auktion von Staatsanleihen ist die Aufstockung von zwei Bonds geplant. Es handelt sich dabei laut dem im Internet veröffentlichten Auktionskalender der für das staatliche Schuldenmanagement zuständigen Österreichischen Bundesfinanzierungsanstalt (OeBFA) um die 2,40-Prozent-Bundesanleihe 2013-2034/1 und die 1,20-Prozent-Bundesanleihe 2015-2025/1.

Die noch bis 2034 laufende Emission wurde zuletzt im November des Vorjahres aufgestockt. Sie erzielte dabei eine durchschnittliche Rendite von 1,348 Prozent. Am Sekundärmarkt wird sie aktuell mit 1,48 Prozent gehandelt. Die noch bis 2025 laufende Anleihe wurde zuletzt im Dezember mit einer Durchschnittsrendite von 0,875 Prozent aufgestockt. Sie wird am Sekundärmarkt aktuell mit 0,81 Prozent gepreist.

Für Anleger nicht lohnenswert


Für Anleger ist die aktuelle Aufstockung der Anleihe wenig verlockend. Bei einem Kurs von 114 und einem Kupon von 2,4 Prozent, ergibt das eine Rendite von 1,54 Prozent. Abzüglich KEst bleiben noch 0,98 Prozent. Wer die Anleihe vor dem Laufzeitende 2034 verkauft, riskiert zudem Kursverluste.

Schulden-Rückzahlung

Der größte Teil des in diesem Jahr aufgenommenen Geldes wird wieder für Tilgungen von derzeit noch im Umlauf befindlichen Schuldenpapieren benötigt. In diesem Jahr muss um 3 Mrd. Euro mehr an die Inhaber von österreichischen Schuldpapieren zurückbezahlt werden. Es werden Papiere im Wert von rund 22 Mrd. Euro fällig.

Dazu kommt eine um 2 Mrd. Euro von 4 auf 6 Mrd. Euro gestiegene Nettoneuverschuldung. So wird die OeBFA heuer das Land Kärnten mit 1,2 Mrd. Euro für das Rückkaufangebot an die Heta-Gläubiger finanzieren. Dazu kommt noch ein weiterer Beitrag des Bundes in noch unbekannter Höhe, den die ABBAG ebenfalls über die OeBFA finanzieren wird. Dieser Betrag bemisst sich an den zu erwartenden Erlösen aus der Verwertung der Hypo-Abbaugesellschaft Heta.

Durch die seit der Finanzkrise anhaltende Niedrigzinsphase hat sich Österreich von 2009 bis inklusive 2015 rund 5 Mrd. Euro erspart. Der neue OeBFA-Chef Markus Stix ging zuletzt davon aus, dass das Niedrigzinsumfeld sich auch in diesem Jahr günstig auf die österreichischen Staatsfinanzen auswirken wird. So werden etwa für Emissionen aus den Jahren seit 2009 bereits vergleichsweise weniger Zinsen bezahlt. Die durchschnittliche Verzinsung österreichischer Staatsanleihen lag zwischen 1999 und 2008 noch bei 4,2 Prozent. Für Neuaufnahmen im Zeitraum 2009 bis 2015 ging sie auf 1,96 Prozent zurück.

Der drohende Verlust des Triple-A-Ratings für Österreich durch die Ratingagentur Moody's bereitet Stix keine großen Sorgen: "Investoren machen sich in der Zwischenzeit schon selbst ein Bild von der Zahlungsfähigkeit eines Landes", sagte der OeBFA-Chef im November in einem APA-Gespräch. Auch beim Verlust des Triple-A-Ratings von Standard & Poor's (S&P) im Jänner 2012 sei es für Österreich nur zu minimalen Auswirkungen gekommen.

Finanzen

Schon 75 Millionen Kunden: Netflix revolutioniert das Fernsehen

Börse

US-Konzerne: Quartalsgewinne brechen ein - Droht Rezession?

Finanzen

Zalando steigert Umsatz um ein Drittel - Gewinn ist aber noch unklar