"Kupfer ist das neue Gold“

"Kupfer ist das neue Gold“

FORMAT: Der Goldpreis hat sich nach dem Rückschlag vom Herbst 2011 wieder erholt, Minen-Aktien sind abgesackt. Die Bewertung von Edelmetall-Aktien ist extrem günstig. Sollen Anleger deshalb jetzt einsteigen?

Joachim Berlenbach: Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis sind viele Minenaktien mit einem Wert von 4 oder 5 tatsächlich sehr billig. Aber das ist völlig irrelevant, das KGV hat bei Minenaktien keine Aussagekraft, es geht nur um die Cashflows. Vergleicht man die Aktienkurse mit den freien Cashflows der Konzerne, zeigt sich, dass Papiere von großen Minen jetzt keineswegs billig sind.

Der von Ihnen betreute Earth Exploration Fund UI erzielte 2009 über 150 Prozent Ertrag, 2010 erreichte die Rendite 63 Prozent. Seither ging es bergab. Ist Besserung in Sicht?

Berlenbach: Trotz des hohen Bedarfs werden zu wenig Rohstoffe gefördert. Üblicherweise übernehmen kleinere Unternehmen die Exploration. Obwohl der Kapitalbedarf oft nur 20 oder 30 Millionen Dollar beträgt, erhalten die Unternehmen jetzt kein Geld und müssen Projekte verschieben. Das merken wir im Exploration Fund, der auf Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen fokussiert ist. Ich kann deshalb derzeit nicht zum Einstieg in gering kapitalisierte Minenaktien raten.

Gibt es noch genügend große Rohstoff- und Edelmetallvorkommen, um den Bedarf längerfristig zu decken?

Berlenbach: Die wirklich großen Vorkommen wurden bereits im 19. Jahrhundert entdeckt. 99,9 Prozent der Investoren ignorieren, dass es keine großen Lagerstätten mehr gibt. Das gilt für Gold, Kupfer, Silber und auch für Öl. Längerfristig wird das Angebot nicht mit der Nachfrage mithalten. Steigende Preise sind die logische Folge. In zwei Jahren wird Gold mehr als 2.000 Dollar je Feinunze kosten. Entscheidend wird sein, ob Gold monetarisiert wird, ob es verstärkt als Zahlungsmittel zum Einsatz kommt.

Wie wahrscheinlich ist die Monetarisierung von Gold?

Berlenbach: Es wird nicht so weit kommen, dass wir mit einer Krügerrand-Goldmünze in der Bäckerei bezahlen werden. Aber es wird in Zukunft deutlich mehr Länderverträge geben. Dieser Prozess hat bereits begonnen. Erst vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die Türkei Ölrechnungen an den Iran mit Gold begleicht. Länder wie China wollen raus aus dem US-Dollar, der gelbe Riese will einen Währungskorb haben, der Gold mit einschließt. Damit wird das Edelmetall monetarisiert. Deshalb sollte man auf alle Fälle Gold im Portfolio haben.

Gilt das auch für Kupfer?

Berlenbach: Kupfer ist für mich noch interessanter als Gold. Die Menge Kupfer, die China in den nächsten Jahren braucht, ist nicht verfügbar. Wenn Chinas Wirtschaftswachstum weiterhin sieben Prozent jährlich erreichen sollte, wird die Kupfernachfrage dieses riesigen Landes im Jahr 2021 rund 13 Millionen Tonnen oder fast die Hälfte des weltweit geschätzten Bedarfs von 27 Millionen Tonnen erreichen.

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