Kleinanleger kaufen den Goldpreis hoch

Kleinanleger kaufen den Goldpreis hoch

Die Feinunze Gold hat am Freitag ihre Gewinne über 1400 Dollar hinaus ausgebaut, wobei Juweliere und andere Verbraucher den stärksten Rückgang des Edelmetalls seit drei Jahrzehnten nutzen und sich täglich eindecken. Die Deutsche Bank sorgt dagegen wieder für Unruhe.

Die Prämie für das Edelmetall an der Goldbörse Shanghai liege bei bis zu zehn Dollar, in der Türkei bei fast 20 Dollar und in Asien bei rund fünf Dollar, schrieb Bernard Sin, Leiter Währungs- und Metallhandel bei MKS Finance in Genf. Vergangene Woche habe die Pämie bei einem Dollar in Asien und Dubai gelegen. “Die physische Nachfrage ist außergewöhnlich”, stellte Sin fest.

Am Freitag gegen Mittag notierte der Goldpreis bei rund 1415 US.Dollar.

Deutsche Bank basht

Während also Kleinanleger den Goldpreis wieder sukzessive nach oben kaufen , versucht erneut ein großer Marktteilnehmer Stimmung gegen Gold zu machen. Nach Ansicht der Analysten der Deutschen Bank müsste die Feinunze Gold bis auf 1050 Dollar fallen, um wieder die historischen Relationen zu anderen Rohstoffen wie Öl und Kupfer zu erreichen.

“Nach unserer Auffassung ist es keine zuverlässige Quelle von Gewinnen mehr wie in den vergangenen zwölf Jahren”, erklärt Michael Lewis, Analyst der Deutschen Bank in London.

Goldexperte Ronald Stöferle widerspricht im Gespräch mit dem FORMAT: "Gold mit Rohstoffen zu vergleichen, ist ein fundamentaler Fehler. Denn Gold ist kein Rohstoff sondern eine Währung. Der Bestand an Gold, sprich das gesamte jemals geförderte Gold, beläuft sich auf 170.000 Tonnen. Jährlich werden aber nur etwa 2.600 Tonnen gefördert. Der Goldbestand wächst also jährlich nur um ca. 1,5 Prozent." Gold wird entsprechend so viel Wert beigemessen, weil die jährliche Produktion in Relation zum Bestand so gering ist bzw. das Verhältnis von Bestand zu Förderung (Stock-to-Flow, Bestand/Förderung) so groß.

Bei Rohstoffen wie Öl oder Kupfer ist das Verhälltnis von Bestand zu Förderung derweil viel niedriger. Stöferle ergänzt: "Das nun alle von Goldman Sachs über die Société Générale und die Citigroup bis zur Deutschen Bank bearish sind, ist sehr, sehr positiv für den Goldpreis und gesund. Für mich ist das ein Kontraindikator."

Gold-Produzenten in der Klemme

Ein weiteres Argument für wieder steigende Goldkurse kommt von den Herstellern. Auf Goldproduzenten, die von den Investoren in den vergangenen Jahren ohnehin gemieden wurden, kommen nach dem Preiseinbruch für das Edelmetall noch schwerere Zeiten zu. Sie werden wohl Minen schließen oder Unternehmen ganz dicht machen müssen, denn nach dem stärksten Goldpreisrutsch seit drei Jahrzehnten sind 15 Prozent der Konzerne unprofitabel. Dementsprechend wird sich das Angebot verknappen und der Preis wieder anziehen.

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