Gutes Gold: Ein Fairtrade-Siegel für gerechten und ökologischen Abbau

Gutes Gold: Ein Fairtrade-Siegel für gerechten und ökologischen Abbau

Seit rund drei Monaten steigt der Goldpreis konstant. Analysten schätzen, dass er die 1.400 US-Dollar-Marke bald wieder erreichen wird. Bei niedrigeren Preisen ist die Gefahr groß, dass auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt produziert wird. Nun soll es bald "Fairtrade" Gold geben.

Bringt Gold die Augen der Anleger wieder zum Leuchten? Nach dem Absturz im vergangenen Jahr steigt der Preis des Edelmetalls seit drei Monaten wieder. Die Anleger kehren in großem Stil zurück. So verzeichnete der weltgrößte Gold-Index-Fonds, der SPDR Gold Trust, vergangene Woche an nur einem Tag einen Zufluss von 1,8 Millionen Tonnen Gold. Gold-Experten schätzen, dass der Preis bei 1.300 US-Dollar je Feinunze seinen Boden gefunden hat. Ein Anstieg auf die 1.400 Dollar-Marke und weiter wird in den kommenden Monaten erwartet.

Die Gründe dafür: Die starken Schwankungen auf den Finanzmärkten lassen die Anleger wieder vermehrt an Sicherheit denken. Die Nachfrage nach physischem Gold steigt. Die großen Gold-Produzenten China, Indien und Russland steigen bei ihrer Förderung aber auf die Bremse. Denn der Abbau ist im Schnitt nur ab einem Preis von 1.300 US-Dollar rentabel. Bei niedrigeren Preisen ist die Gefahr groß, dass auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt produziert wird. Das Hauptproblem: Gold wird in den Minen mithilfe von Quecksilber und Wasser unter hohem Druck abgebaut. Dabei entsteht ein giftiger Amalgamschlamm, mit dem die Minenarbeiter oft ungeschützt in Berührung kommen.

Fairmined-Zertifikat

Das soll jetzt anders werden: Das vom Lebensmittelhandel bekannte Zertifizierungs-Unternehmen Fairtrade hat ein Label für nachhaltig gefördertes Gold ins Leben gerufen. Gold, das mit dem Logo "fairmined“ gekennzeichnet ist, stammt aus von Fairtrade überprüften Minen. Sie garantieren eine tolerierbare Anwendung von Chemikalien beim Abbau, den Einsatz von Schutzausrüstungen und den Verzicht auf Arbeit von Kindern. Darüber hinaus muss eine Sozialprämie von 2.000 Euro pro Kilo Gold gezahlt werden, mit der in der Kommune der Mine Sozialeinrichtungen finanziert werden.

In Österreich setzt der Juwelier Alexander Skrein bereits auf Gold mit dem "fairmined“ Logo ein - trotz strenger Kostenkalkulation. Bei ihm werden jährlich fünf Kilogramm Gold verarbeitet, drei davon sind Recycling-Gold. Für die restlichen zwei Kilo fairmined zahlt er 4.000 Euro mehr. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von zehn Gramm je Schmuckstück ergeben sich Mehrkosten von zehn Euro. Skrein: "Da kostet ja die Verpackung mehr.“

Goldminen: Geschützter Abbau

Fairtrade konzentriert sich mit seinen Fairmined-Zertifizierungen auf den Schutz der Arbeiter in kleinen Goldminen in Peru, Bolivien, Ecuador und Kolumbien. Afrika ist im Aufbau. Arbeits- und Abbaubedingungen in diesen Minen sind besonders schlecht, um mit den Preisen von großen industriellen Minen mithalten zu können. In den kleinen Minen arbeiten weltweit rund 100 Millionen Menschen.

Gold

Goldpreis: Glänzende Performance

Gold

Goldpreis: Eine Wette auf 1.000 Dollar

Gold

Philoro bringt teilbaren Goldbarren auf den Markt