Degussa meldet: Auf einen Gold-Verkauf kommen neun Käufe

Degussa meldet: Auf einen Gold-Verkauf kommen neun Käufe

Auf neun Käufe komme seit Beginn des Goldpreisabsturzes Mitte April ein Verkauf, sagte Degussa-Chef Wolfgang Wrzesniok-Rossbach am Dienstag in einem Telefoninterview. Zwischen Jänner und März habe dieses Verhältnis noch bei vier zu eins gelegen.

Seinen Worten zufolge lagen die Goldverkäufe im April in der Spitze dreimal so hoch wie im Durchschnitt des ersten Quartals. Im Mai dürften sie um 20 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken sein, das wäre aber noch immer das Doppelte des Erstquartalschnitts, erklärte der Chef des Frankfurter Edelmetallhändlers.

Der Goldpreise, der sich in den vergangenen zwölf Jahren teilweise versiebenfacht hatte, ist im April in einen Bärenmarkt abgerutscht. Einige Investoren verloren ihr Vertrauen in das Edelmetall als sichere Wertanlage. Gleichzeitig schnellten die Aktienmärkte auf immer neue Allzeithochs, angesichts einer stärkeren Zuversicht bezüglich der US-Erholung.

US-Münzprägeanstalten mit rauschenden Geschäften

Der Preiseinbruch bei Gold hat auf der anderen Seite wieder für einen Anstieg bei der Nachfrage gesorgt. So kletterten die Käufe von Goldmünzen der amerikanischen Münzprägeanstalt U.S. Mint im April auf ein Dreijahreshoch, und die physische Nachfrage aus Indien und China - den beiden größten Goldabnehmern der Welt - zog an.

“Es gibt zahlreiche Anleger, die Käufe tätigen wollen, die aber das Preisniveau für sehr hoch gehalten und auf einen Preisrückgang gewartet haben”, erklärte Wrzesniok-Rossbach. Gold werde nicht als Investment gekauft, um daraus Kapital zu schlagen, sondern als “generelle Absicherung des Portfolios”.

Papiergold in Ungnade

Spekulativ orientierte Anleger handeln mit Gold meist über Terminkontrakte oder mit Hilfe börsennotierter Fonds (ETFs). Diese kaufen oder verkaufen die entsprechende Menge des Edelmetalls. Der weltgrößte Fonds dieser Art ist der SPDR Gold, dessen Gold-Bestände derzeit bei 33,164 Millionen Feinunzen oder 1031 Tonnen liegen. Die Edelmetall-Bestände aller Gold-ETFs summieren sich auf 65,510 Millionen Feinunzen oder 1944 Tonnen. Das ist der niedrigste Stand seit April 2011.

Im Dezember waren die ETF-Bestände noch auf ein Rekordhoch 76,177 Millionen Feinunzen gestiegen. Seither geht es fast ausschließlich abwärts. Im April waren es sogar 21 Tage hintereinander – Negativ-Rekord.

Bernanke befeuert Gold

Nach den Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke zur vorläufigen Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik ist der Goldpreis am Mittwochnachmittag kräftig gestiegen: Für eine Feinunze mussten mit 1414,25 Dollar 2,8 Prozent mehr als noch am Vorabend bezahlt werden. Silber verteuerte sich um drei Prozent auf 23,06 Dollar je Feinunze.

Gold

Goldpreis: Glänzende Performance

Gold

Goldpreis: Eine Wette auf 1.000 Dollar

Gold

Philoro bringt teilbaren Goldbarren auf den Markt