Finanzrocker Daniel Korth räumt die Finanzwelt auf

Finanzrocker Daniel Korth räumt die Finanzwelt auf
Finanzrocker Daniel Korth räumt die Finanzwelt auf

"Ich lese keine Investment-Pornographie mehr", sagt Korth: "Die Zeit verbringe ich lieber mit Bloggen."

Das Depot ist eine "Plattensammlung" und der Newsletter heißt bei ihm "Backstagepass": Unter dem Pseudonym "Finanzrocker" schreibt Daniel Korth im lockeren Jargon über Geldanlage. Schon jetzt ist sein Podcast die beliebteste Wirtschafts-Audioshow im gesamten deutschsprachigen Raum.

Ist Sparen doof und Konsum geil? Das ist nur eine der Fragen, die Daniel Korth auf seinem Blog stellt – und in der gleichen Tonalität auch beantwortet. Seit März ist seine Website www.finanzrocker.net online, auf der er seine Leser mit Finanztipps versorgt. Allerdings in einem andren Jargon als üblich. Korth verknüpft Finanzwissen mit Marketing-Sprache und Elementen aus der Rockerszene: Sein Newsletter ist ein „Backstagepass“, gemischte Interviews mit anderen Experten sind „Mixtapes“, sein Depot ist seine „Plattensammlung“ und Erläuterungen über langfristige Sparpläne leitet er gerne mit Anekdoten von seinem Besuch beim HeavyMetal-Festival „Wacken“ ein.

„Meine Zielgruppe sind alle, die individuell ihr Vermögen anlegen wollen“, sagt Korth: „Und dabei versuche ich, das sperrige Thema Finanzen nicht zu verkrampft anzugehen.“ Korth arbeitet seit sieben Jahren im Marketing. Von einem Bankberater fühlte er sich schlecht beraten, weil er nach dem Crash im Jahr 2008 bis 2013 die Hälfte seines Vermögens verlor. „Ab dem Punkt wollte ich mein Vermögen selber managen“, sagt er heute. Und nun gibt er sein Wissen weiter.

Seit Mai hat Korth einen eigenen Podcast. Er ist die beliebteste iTunes-Sendung in der Kategorie "Wirtschaft".

Den Nutzern gefällt es: Rund 5000 Besucher hat sein Blog pro Monat, obwohl bisher erst rund 50 Artikel online sind. Sein Podcast, auf dem er Finanzthemen mit ruhiger Stimme, begleitet von fetzigen Gitarren-Riffs, bespricht, wird pro Folge 1000 Mal heruntergeladen. Und ist somit der beliebteste deutschsprachige Podcast bei Apples iTunes in der Kategorie „Wirtschaft“.

Bis zu 30 Stunden Arbeit pro Woche

Korth pendelt pro Tag drei Stunden mit der Bahn. Diese Zeit nutzt er, um andere Podcasts zu hören oder sich über Online-Kurse fortzubilden. Der Großteil seiner Blogger- und Podcaster-Arbeit findet aber zuhause und am Wochenende statt: 20 bis 30 Stunden investiert Korth jede Woche in sein Projekt, parallel zu seiner 40-Stunden-Arbeitswoche.

Geld verdient er mit dem Blog vorerst nur über Banner-Werbung. In Zukunft möchte er aber einen Schritt weiter gehen: Ein Buch ist geplant, ebenso wie ein Online-Kurs. „Beide werden sich um das Thema Finanzen drehen“, sagt Korth: „Das braucht aber Zeit, ein Buch schreibt man nicht mal eben so während einer Zugfahrt.“

Keine „Investment-Pornographie“

Trotz allem möchte Korth aber auch auf seine Lebensqualität nicht mehr verzichten. „Es ist wichtig, dass man sich Auszeiten nimmt“, sagt er: „Und zwar ohne Computer.“ Außerdem checkt er sein eigenes Depot – Korths Lieblingsanlageformen sind ETFs, Aktien und Privatkredite – nur noch einmal pro Woche, um sich von kurzfristigen Schwankungen nicht mehr aus der Ruhe bringen zu lassen.

Auch das Lesen von „Investment-Pornografie“ – so nennt er tagesaktuelle Finanznachrichten, die mit reißerischen Headlines den nächsten Crash herbeischreiben – hat Korth sich abgewöhnt. „Die dadurch gesparte Zeit investiere ich lieber ins Bloggen“, sagt er zu Format.at abschließend, legt den Hörer auf und eilt zu seinem Zug. Um beim Pendeln wieder Ideen für die nächste Podcast-Folge zu entwickeln.

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