Chinas Börsen nach Stützungen im Plus - Europa zieht mit

Chinas Börsen nach Stützungen im Plus - Europa zieht mit

Dank Stützungsmaßnahmen der chinesischen Zentralbank schloss die Börse in Shanghai 0,3 Prozent fester und diejenige in Shenzhen 0,3 Prozent schwächer. Am Vortag waren beide um sieben Prozent abgestürzt, bevor der Handel automatisch abgebrochen wurde.

Massive Interventionen der chinesischen Regierung haben die Aktienmärkte am Dienstag wieder etwas beruhigt. Nach dem Kursrutsch am Vortag pumpte die Zentralbank rund 130 Mrd. Yuan (18 Mrd. Euro) in die Finanzmärkte. Obwohl die Kurse an den beiden Börsen in Shanghai und Shenzhen zum Handelsauftakt zunächst weiter um drei Prozent absackten, erholten sie sich später wieder und notierten zum Handelsschluss nur noch leicht im Minus.

Der wichtige Shanghai Composite Index ging um 0,26 Prozent zurück, während der Shenzhen Component Index um 1,36 Prozent fiel. Der ChiNext, der dem amerikanischen Nasdaq ähnelt, sackte aber stärker um 2,99 Prozent ab. Der Kurseinbruch in China und die Unsicherheiten in der zweitgrößten Volkswirtschaft hatten am Montag die Märkte weltweit in den Keller gezogen. Doch stabilisierte sich die Lage auch an anderen asiatischen Börsen, die nur noch leicht im Minus schlossen.

Stützungskäufe der Notenbank

Um den Markt zu stabilisieren, pumpte die Zentralbank nach eigenen Angaben 130 Milliarden Yuan über sogenannte Reverse Repo-Geschäfte in den Markt. Dabei kauft die Notenbank Wertpapiere, wobei sie sich verpflichtet, diese zu einem vereinbarten Preis zu einem bestimmten Termin rückzuübertragen. Mit Stützungskäufen halfen auch staatlich kontrollierte Fonds, die Kurse wieder in die Höhe zu treiben.

Ferner kündigte die Wertpapieraufsicht an, auch nach dem Auslaufen des seit einem halben Jahr geltenden Verkaufsverbots für einige Großinvestoren am Ende der Woche "neue Maßnahmen" zu ergreifen. Ein befürchteter massiver Verkauf von Aktien werde dadurch "unwahrscheinlich", zitierte die Staatsagentur Xinhua.

Neuer Schutzmechanismus

Nach Kritik verteidigte Chinas Börsenaufsicht die Einführung eines Schutzmechanismus, der den Handel angesichts fallender Kurse am Montag für den Rest des Tages ausgesetzt hatte. Einige Beobachter sahen darin den Grund für Panikverkäufe und eine Abwärtsspirale. Der Markt brauche Zeit, um sich "schrittweise daran zu gewöhnen", argumentierte die Aufsichtsbehörde laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. China werde den Mechanismus anpassen, hieß es allgemein.

Nach dem neu geltenden Schutzmechanismus wird der Handel für 15 Minuten ausgesetzt, wenn der China Securities Index (CSI) mit 300 führenden Werten in Shenzhen und Shanghai um fünf Prozent fällt. Bei einem Minus von sieben Prozent wird der Handel für den Rest des Tages abgebrochen, wie es zur Einführung am Montag zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Börsen in China auch prompt geschehen war.

Beruhigung auch in Europa

Die Entspannung der Lage an den chinesischen Börsen hat am Dienstag auch einige Anleger zum Wiedereinstieg in den deutschen und österreichischen Aktienmarkt ermuntert. Der Dax legte zur Eröffnung 0,8 Prozent auf 10.370 Punkte zu. Der heimische Leitindex ATX notierte um 9.15 Uhr bei 2.360,91 Zählern um 12,6 Punkte oder 0,54 Prozent über dem Montag-Schluss (2.348,31). Auch das europäische Umfeld konnte sich zu Handelsbeginn etwas von den deutlichen Vortagesverlusten erholen und zeigte sich einheitlich mit etwas höheren Notierungen.

Zu den größeren Gewinnern in Wien zählten kurz nach Sitzungsbeginn Schoeller-Bleckmann mit einem Kursanstieg um 3,01 Prozent auf 51,94 Euro. Telekom Austria verbesserten sich um 1,93 Prozent auf 5,18 Euro.

Unter den Indexschwergewichten legten voestalpine 1,67 Prozent auf 27,77 Euro zu. Aktien der Erste Group gewannen um 0,85 Prozent auf 28,51 Euro. Hingegen gaben OMV 0,47 Prozent auf 25,49 Euro nach.

Gegen den Trend am deutschen Aktienmarkt rutschten Volkswagen um 1,7 Prozent ab. Die USA haben den Autobauer wegen der Abgastest-Manipulationen vor einem Zivilgericht verklagt. Bei einem Erfolg drohen dem Wolfsburger Konzern Strafzahlungen in Höhe von bis zu 90 Milliarden Dollar.

Börse Tokio gibt weiter nach

Die Börse in Tokio hat hingegen am Dienstag weiter nachgegeben. Nach anfänglichen Aufschlägen notierte der Nikkei-Index für 225 führende Werte zum Handelsende ein Minus von 76,98 Punkten oder 0,42 Prozent bei 18.374,00 Zählern. Der breit gefasste Topix gab um 4,96 Punkte oder 0,33 Prozent auf 1.504,71 Zähler nach.

Der Kursrutsch am Montag war durch schlechte Wachstumsprognosen, die Angst vor einem Rückzug der Regierung aus dem Markt und vor einem Anziehen der Geldpolitik ausgelöst worden. Auch gibt es Sorgen über die anhaltende Abwertung der chinesischen Währung, die im vergangenen Jahr schon um 4,5 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren und jetzt die psychologische Marke von 6,5 Yuan zum US-Dollar überschritten hat.

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