USA: Wirtschaft braucht weiter Hilfe von der Notenbank

USA: Wirtschaft braucht weiter Hilfe von der Notenbank

Die Produktion stagnierte im Mai überraschend, wie die Fed am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten auf ein Plus von 0,2 Prozent gehofft, nachdem es im April ein Minus von 0,4 Prozent gegeben hatte. Auch die Stimmung der Konsumenten trübte sich zuletzt etwas ein.

Die durchwachsenen Daten dürften die Federal Reserve auf ihrer Sitzung am Mittwoch kaum dazu bewegen, den Fuß in Sachen Geldpolitik schon bald vom Gas zu nehmen.

Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank im Juni nach vorläufigen Berechnungen auf 82,7 von 84,5 Punkten im Vormonat, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan mitteilten. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einer gleichbleibenden Stimmung gerechnet. Im Mai lag sie auf dem höchsten Niveau seit Juli 2007. Nun äußerten sich die US-Bürger etwas weniger optimistisch zu den Aussichten am Arbeits- und Immobilienmarkt. Die Verbraucherstimmung gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Bürger anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung der USA aus. Die US-Wirtschaft war im ersten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,4 Prozent zwar etwas langsamer gewachsen als zunächst angenommen. Doch hatten kauffreudige Verbraucher ihre Konsumausgaben um 3,4 Prozent gesteigert.

US-Maschinen schwach ausgelastet

Im Mai hatte Notenbankchef Ben Bernanke gesagt, falls sich die Beschäftigungslage nachhaltig aufhelle, könne das Tempo der Konjunkturhilfen "auf einer der nächsten Sitzungen" gedrosselt werden. Doch die Arbeitslosenquote stieg zuletzt sogar leicht. Die US-Unternehmen lasten ihre Maschinen und Anlagen noch immer vergleichsweise schwach aus. Die Kapazitätsauslastung fiel im Mai auf 77,6 Prozent und liegt damit noch deutlicher unter ihrem historischen Durchschnitt von 80,2 Prozent.

"Das Verarbeitende Gewerbe der USA zeigt angesichts des kritischen globalen Umfelds und der US-Haushaltsproblematik einige Schwächetendenzen", so Ökonom Bernd Krampen von der NordLB. Eine starke Binnennachfrage, gestützt vom Immobilien- und Arbeitsmarkt, dürfte aber nach Ansicht des Experten in der zweiten Jahreshälfte die Produktion wieder leicht anziehen lassen: "Somit sollte die US-Konjunktur angesichts der Robustheit im Konsum, der Immobilienmarkterholung und der relativ niedrigen Energiepreise nicht zu negativ eingeschätzt werden - was ja zuletzt auch die Fed zunehmend so sah."

Die Notenbank stimuliert die Wirtschaft derzeit mit monatlichen Ankäufen von Staatsanleihen und Immobilienpapieren im Volumen von 85 Milliarden Dollar. "Wir gehen davon aus, dass die Fed ihre Käufe spätestens im Dezember verringert. Nur sehr schwache Daten werden den Exit bis in das nächste Jahr verzögern können", so Fed-Beobachter Bernd Weidensteiner von der Commerzbank.

IWF kritisiert Sparkurs

Die massiven staatlichen Ausgabenkürzungen in den USA lasten nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) schwer auf der Wirtschaft des Landes. Der IWF rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von lediglich 1,9 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die weltgrößte Volkswirtschaft noch um 2,2 Prozent zulegen können.

Die Maßnahmen zum staatlichen Schuldenabbau seien "schlecht konzipiert", erklärte der IWF in dem am Freitag in Washington vorgelegten Jahresbericht zur Lage der US-Wirtschaft. Die Experten kritisierten insbesondere die automatischen flächendeckenden Einsparungen, den sogenannten Sequester. Dies sei nicht nur eine schwere Bürde auf kurze Sicht, sondern könne durch Kürzungen bei Bildung, Wissenschaft und Infrastruktur auch mittelfristig das Wachstum abbremsen.

Dabei sieht der IWF grundsätzlich Anzeichen dafür, dass es mit der US-Wirtschaft bergauf geht. Die Häuserpreise stiegen, es werde mehr gebaut, den Haushalten gehe es finanziell besser, der Arbeitsmarkt erhole sich und die Unternehmen verdienten gutes Geld. Für das kommende Jahr sagt der IWF angesichts dessen ein Wachstum von 2,7 Prozent voraus und für die Jahre 2015 bis 2017 jeweils mehr als 3 Prozent. Entsprechend sehen die Experten die Arbeitslosigkeit sinken.

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