Die Fed bereitet den Ausstieg vor

Die Fed bereitet den Ausstieg vor

Die Aussicht, dass die US-Notenbank ihr 2,5 Billionen Dollar (1,88 Billionen Euro) schweres Anleihen-Kaufprogramm bald drosseln oder gar ganz einstellen könnte, macht die Investoren zunehmend nervös und führt zu starken Schwankungen am Rentenmarkt.

Viele Anleger fürchten, dass die Fed ihre Geldpolitik strafft und somit als Käufer von Anleihen ausfällt. Investoren trennen sich deshalb von Bonds, was die Kurse drückt und die Renditen steigen lässt.

In den vergangenen sechs Wochen sind die Renditen für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit auf 2,19 von 1,60 Prozent gestiegen. Im Gegenzug fielen die Kurse für die Bonds, was zu deutlichen Abflüssen vonseiten der Rentenfonds und einer schwachen Nachfrage bei Anleihe-Auktionen geführt hat. "Es gibt keine anderen Stimmen mehr am Markt", sagt Gang Hu, Analyst bei Credit Suisse in New York. "Es gibt nur wenige große Spieler und sie alle folgen ziemlich genau der Fed. Wenn die Fed rausgeht, wollen sie auch rausgehen."

Am kommenden Mittwoch berät die Fed darüber, ob und wie lange sie ihre ultra-lockere Geldpolitik ("Quantitative Easing") noch fortsetzen soll. Zuletzt waren immer mehr Stimmen innerhalb der Fed laut geworden, die einen Ausstieg aus dem Anleihen-Kaufprogramm gefordert hatten. Da die Fed von ihrem anvisierten Ziel einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent aber noch ein gutes Stück entfernt ist, rechnen Analysten zunächst mit keiner Kehrtwende. Aktuell liegt die Quote am Jobmarkt bei 7,6 Prozent.

Deshalb sind einige Experten skeptisch, was den Zeitpunkt der Straffung angeht. Tad Rivelle, Bond-Investmentchef bei TCW, gibt dem Markt noch zwölf bis 18 Monate, bis die Fed die Zügel anzieht. Auch Michael Schumacher, Zinsstratege bei UBS, sieht die Märkte auf dem Holzweg, wenn sie auf baldige Schritte spekulieren. "Wir sind der Meinung, dass das eine komplette Fehlinterpretation und sehr unwahrscheinlich ist."

Volatilität steigt

Dass Schumachers Stimme bisher ungehört bleibt, zeigt sich an der steigenden Volatilität am US-Bondmarkt. Der Merrill Lynch Move Index, der die künftige Volatilität bei langlaufenden Anleihen misst, sprang am vergangenen Montag mit 84,7 Zählern auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr. Anfang Mai lag er noch mit rund 50 Punkten auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen Jahre.

In der Woche zum 5. Juni zogen Investoren nach Daten des Investment Company Institute (ICI) 10,9 Milliarden Dollar aus Rentenfonds ab. Das war der stärkste Abfluss seit Mitte Oktober 2008, als die Finanzkrise in den USA die Börsen durcheinanderwirbelte. Nach ICI-Daten hatten Rentenfonds bis Juni 21 Monate in Folge Zuflüsse verzeichnet. In der abgelaufenen Woche war zudem die Nachfrage nach neu aufgelegten Anleihen mit drei-, fünf-und dreißigjähriger Laufzeit spürbar zurückgegangen.

Doch je länger die Fed mit ihrem geordneten Rückzug wartet, desto schwerer dürfte es für die Händler werden, ohne die Präsenz der Notenbank zurechtzukommen. Das sei irgendwann aber notwendig, meint Hu von der Credit Suisse. "Die Fed muss es irgendwie hinbekommen, die Finger vom Markt zu lassen und ihn wieder in die natürlichen Funktionen von Angebot und Nachfrage zu übergeben."

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