Wie versprochen – so gebrochen

Die Freude über das Privileg einer Betriebspension ist den betroffenen 365.000 Österreichern rasch vergangen: Hohe Verluste dank schwerer Schnitzer der Politiker und der Finanzprofis erzwingen umfangreiche Reparaturen im System.

Die Angst vor den zu erwartenden Abstrichen bei der staatlichen Pension sitzt tief in Österreich. Doch elf Prozent der Werktätigen hatten bisher guten Grund, sich weniger als die anderen zu fürchten: Sie wurden von ihrem Unternehmen in das System der „Betrieblichen Altersvorsorge über Pensionskassen“ eingebunden (die so genannte zweite Säule der Pensionsvorsorge) und durften auf ein zweites Standbein vertrauen.

Doch dieses Vertrauen wurde mittlerweile arg erschüttert: Schon im Vorjahr hatten 5000 von 30.000 Betriebspensionisten um durchschnittlich drei Prozent weniger Geld aufs Konto überwiesen bekommen. Heuer wurde die Zweitpension von rund 40.000 Ruheständlern im Schnitt um acht Prozent, in Extremfällen um mehr als 20 Prozent gekürzt.
Darauf war wohl keiner der beteiligten Partner eingestellt – weder die Arbeitnehmer oder die Unternehmen noch die Pensionskassen – und schon gar nicht der Gesetzgeber, der das Pensionskassensystem 1990 auf die Beine gestellt hatte. Nach anfänglicher Begeisterung über die kollektive betriebliche Vorsorge ist jetzt der große Frust angesagt: „Die Österreicher sind nicht bereit, Kürzungen ihrer Pension zu akzeptieren“, konstatiert Kurt Ebner, Vorstand der Wiener Städtische Versicherung.

Wer durch seinen Arbeitgeber in einem Pensionskassensystem eingebettet wurde, stellt sich nun berechtigterweise die Frage, was da eigentlich schief gelaufen ist. Die Antwort lautet: eine ganze Menge.

Böse Börse. Ausgelöst wurde die Misere durch die katastrophale Entwicklung auf den Kapitalmärkten. Denn die Pensionskassen veranlagen die Spargelder der aktiven Arbeitnehmer (= Anwartschaftsberechtigte) und der Pensionisten (= Leistungsberechtigte) innerhalb gesetzlich festgelegter Grenzen vorwiegend in Aktien und Anleihen.

Da es sich bei dieser kapitalgedeckten Vorsorge1) grundsätzlich um eine langfristige Veranlagung handelt, erlaubt der Gesetzgeber eine Aktienquote von bis zu 50 Prozent. Diese Obergrenze nützten die betrieblichen2) Pensionskassen zum Teil auch voll aus, während die überbetrieblichen3) im Schnitt meist nur bis zu 30 Prozent hielten. Wie auch immer: In einem drei Jahre lang fallenden Markt war jedes Aktienengagement fatal.

Aber das war noch nicht alles. Denn mit Anleihen konnte man aufgrund des niedrigen Zinsniveaus derart wenig verdienen, dass es den Vermögensverwaltern schlicht unmöglich war, die Verluste aus der Aktienveranlagung zu kompensieren. Dazu kamen, wie Günther Schiendl, Head of Investment in der APK Pensionskasse, beklagt, „hohe Volatilitäten auf den Akti-en-, Anleihen- und Devisenmärkten, also extrem kurzfristige Kursbewegungen, instabile Korrelationen zwischen den Anlagekategorien (wie Aktien und Anleihen) sowie externe Schocks“ wie der 11. September 2001 oder der Irak-Krieg. Dem Tohuwabohu waren die Asset-Manager einfach nicht gewachsen. Einige wurden von den Arbeitnehmervertretern, die im Veranlagungsausschuss ein Mitspracherecht haben, obendrein gebremst, die Aktienquote zu reduzieren.
Schlechter Zeitpunkt. Dummerweise hatten sich besonders viele Unternehmen ausgerechnet Ende der neunziger Jahre entschlossen, die Pensionsrückstellungen an eine Pensionskasse auszulagern – also knapp bevor die Kurse in den Keller rasselten.

„Auf einen dreijährigen Bärenmarkt war niemand vorbereitet“, gesteht Alfred Ungerböck, Vorstand der APK. Und Anlageexperte Schiendl weiß heute: „Das Risikopotenzial von Aktien wurde weit unterschätzt.“

Gleichzeitig wurden aber auch die Renditeerwartungen der Aktien viel zu hoch angesetzt. Denn, so Schiendl weiter, „die Anlageentscheidungen wurden vorrangig auf Basis der aktuellen Historie getroffen“.

Genauso überschätzt wurde letztlich auch das Ertragspotenzial von Anleihen. Und daran ist vor allem der Gesetzgeber schuld, der die hohen Zinsen der frühen neunziger Jahre für das Maß aller Dinge hielt. Ungerböck dazu: „Einen langfristig erzielbaren jährlichen Ertrag von 7,5 Prozent als rechnungsmäßigen Überschuss darzustellen war damals angemessen, weil er auf der Sekundärmarktrendite der letzten 20 bis 25 Jahre beruhte.“ Und Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbands Pensionskassen in der Wirtschaftskammer Österreich, verteidigt: „Damals rentierten Sparbücher mit acht Prozent Zinsen, und die ersten Pensionskassen hatten Anleihen mit elf Prozent im Portfolio.“

Doch die Politiker reagierten viel zu spät, als die Zinsen dramatisch zurückgingen. Mitte der neunziger Jahre war das Zinsniveau bereits so tief gesunken, dass im Finanzministerium längst die Alarmglocken hätten läuten müssen. Heute liegt die Sekundärmarktrendite zehnjähriger Bundesanleihen nur noch bei vier Prozent.

Ziel verfehlt. Dementsprechend trist sieht folglich auch die Performance der Pensionskassen aus: „Die offenen Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) der überbetrieblichen Pensionskassen erreichten seit 1990 nur eine Rendite von 6,7 Prozent per annum“, ätzt Kurt Bednar von Mercer Human Re-source Consulting, der die Pensionskassen seit Jahren kritisch beobachtet. Über die letzten viereinhalb Jahre betrug sie gar nur magere rund drei Prozent per annum. Und in den letzten beiden Jahren war sie überhaupt negativ.

Dass man im Finanzministerium völlig verschlafen hatte, die hohe Latte von 7,5 Prozent durchschnittlicher jährlicher Ertragserwartung rechtzeitig zurückzuschrauben, mag daran liegen, dass dort nur ein halber Beamter für die Pensionskassenaufsicht zuständig war, der kaum mit der Genehmigung neuer E Geschäftspläne zurechtkam.

Die vor eineinhalb Jahren aus der Taufe gehobene Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte das Problem wenigstens rasch erkannt und die Reißleine gezogen: Mitte 2002 setzte sie per Rundschreiben eine Obergrenze für den rechnungsmäßigen Überschuss von sechs Prozent für Neuverträge fest. Sie schoss damit freilich ins Leere, weil die Aufsicht in bestehende Verträge ohnehin nicht eingreifen kann, andererseits aber kaum neue Geschäftspläne eingereicht wurden.

Die Krux mit dem Rechnungszins. Aber nicht nur die durchschnittliche jährliche Ertragserwartung war viel zu hoch gegriffen. Auch der so genannte E Rechnungszins, der maßgebliche kalkulatorische Zinsfuß für die Ermittlung der Pensionshöhe, bewegt sich in lächerlich hohen Sphären: Das Gesetz erlaubte einen Maximalsatz von 6,5 Prozent, die Untergrenze betrug 3,5 Prozent.

Der Rechnungszins ist aus zwei Gründen besonders tückisch. Zum einen wird er bei den in Österreich heute üblichen beitragsorientierten Pensionszusagen für die Berechnung des Barwerts herangezogen, zum Beispiel wenn ein Unternehmen seine Pensionsverpflichtungen aus der Bilanz an eine externe Pensionskasse überträgt: je höher der gewählte Rechnungszins, desto geringer der Barwert – und somit jene Summe, die das Unternehmen transferieren muss. Auf gut Deutsch: Bei einem Rechnungszins von 6,5 Prozent mussten die Unternehmen um 20 bis 25 Prozent weniger Kapital in die Hand nehmen als bei 3,5 Prozent, um ihre Pensionsverpflichtungen aus ihrer Bilanz zu fegen. Verständlich also, dass einige Unternehmen auf einen besonders hohen Rechnungszins drängten. Aber bei den heutigen Ertragschancen ist es den Pensionskassen unmöglich, den mageren Barwert mit saftigen Renditen auf jenes Niveau zu bringen, das nötig wäre, um die Pensionsverpflichtungen zu erfüllen.

Zum anderen gilt der Rechnungszins als Mindestmaß für die nötige Wertentwicklung des veranlagten Kapitals, damit die Pensionsleistung zumindest in gleicher Höhe bestehen bleibt. Wenn der Rechnungszins nicht aus der Veranlagung verdient werden kann, muss die Pension unweigerlich gekürzt werden. Bei einem hohen Rechnungszins ist diese Gefahr klarerweise größer als bei einem niedrigen. Kein Wunder, dass die Begünstigten von Banken, ORF oder großen Unternehmen die Vereinbarung ihres hohen Rechnungszinses jetzt verfluchen.
Seit Mitte 2002 erlaubt die FMA zwar nur noch einen Maximalzins von vier Prozent. Die Kürzung blieb freilich – genauso wie beim rechnungsmäßigen Überschuss – mangels Neugeschäfts erfolglos.

Airbag ohne Luft. Wirkungslos blieb leider auch die Einrichtung der so genannten E Schwankungsrückstellung, die in guten Zeiten als Risikopuffer für magere Veranlagungsjahre aufgebaut werden darf – und zwar in der Höhe von bis zu 20 Prozent des E Deckungskapitals. Diese Obergrenze war für die Zeit des Börsenbooms viel zu niedrig gegriffen. „In den neunziger Jahren wurden die Gewinne zu schnell an die Pensionsbezieher weitergegeben, heute fehlen sie“, bedauert Ungerböck.

Wer in den Jahren des Börsenbooms eine Betriebspension bezog, profitierte davon mit wahnwitzigen Steigerungen, die weit über der Inflationsrate lagen, sobald die Schwankungsrückstellung voll aufgefüllt war.

Die Masse der Pensionskassenbegünstigten schaut heute durch die Finger, weil die meisten noch sehr jungen Veranlagungs- und Risikogemeinschaften aufgrund der späten Übertragung nicht mehr in der Lage waren, rechtzeitig eine Schwankungsrückstellung aufzubauen.

Schwere Konstruktionsfehler. Die Pensionskassen leiden aber nicht nur unter ihrem nachteiligen Geburtstermin, sondern auch unter grundsätzlichen Konstruktionsfehlern im System: Völlig übersehen wurden nämlich die verheerenden Folgen der Entscheidung der Politiker, einen garantierten Mindestzinssatz per Gesetz festzuschreiben. Er beträgt die halbe Sekundärmarktrendite von Bundesanleihen abzüglich 0,75 Prozentpunkte über die letzten fünf Jahre, das sind aktuell rund 1,5 Prozent. International ist ein Garantiezins bei Betriebspensionen – mit Ausnahme der Schweiz – nicht üblich.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, wozu man über einen langfristigen Ansparzeitraum überhaupt einen Garantiezins braucht, wenn das Pensionskapital selbst – typisch für das beitragsorientierte System – überhaupt nicht garantiert ist. Denn der Mindestzins zwingt die Asset-Manager zu einer kurzfristigen Sicht der Dinge und widerspricht einer optimalen Langfristveranlagung, wie sie im Vorsorgebereich typisch sein sollte.

Einige Pensionskassen hatten bereits bei der letzten Gesetzesnovelle 1999 angeregt, den E Mindestertragspassus abzuschaffen oder zumindest auf zehn Jahre zu erstrecken. Ihr Vorschlag wurde damals aber prompt abgeschmettert, weil es den anderen Pensionskassen wichtiger erschien, die erlaubte Aktienquote von 40 auf 50 Prozent anzuheben, und beide Forderungen nicht gleichzeitig durchzusetzen waren. Fazit: Die Prioritäten wurden falsch gesetzt.

Leere Taschen. Der garantierte Mindestzins bringt die Pensionskassen jetzt ordentlich in die Bredouille. Wenn sie ihn nämlich nicht aus der Veranlagung erwirtschaften können, müssen sie diesen aus eigener Tasche zuschießen – angesichts ihrer dünnen Eigenkapitaldecke von einem Prozent des Deckungskapitals ein schier unmögliches Unterfangen. Auch hier rächt sich ein Fehler aus der Vergangenheit, weil die Aktionäre der überbetrieblichen Pensionskassen – Banken und Versicherun-gen – ihre Töchter schon seit Geburt in puncto Kapital stets an der kurzen Leine hielten.

Als vor einem halben Jahr Schätzungen über Nachschussverpflichtungen von bis zu 400 Millionen Euro laut wurden und die Mütter sich weigerten, Geld flüssig zu machen und für den drohenden Schaden einzustehen, rief man kurzerhand den Gesetzgeber auf den Plan.

Mit der Novelle zum Pensionskassengesetz, die mit 25. August 2003 in Kraft trat, wurde die prekäre Situation der Pensionskassen nun wesentlich entschärft. Die Pensionskassen müssen jetzt nämlich auf den Garantiezins nur noch für fällige Renten nachschießen und nicht mehr auf das Deckungskapital der Aktiven. Für sie wird bloß über eine so genannte Schattenrechnung der Fehlbetrag ermittelt, der bis zu deren Pensionsantritt aufzufüllen ist. Ein Wermutstropfen für den Anleger bleibt dennoch: Solange der Einschuss nicht auf dem E Pensionskonto verbucht ist, wird er dort auch nicht verzinst.

Andreas Grünbichler, Vorstand der Finanzmarktaufsicht, beziffert die Drohverluste für 2002 nunmehr mit rund 20 Millionen Euro. Zum laufenden Jahr will er sich nicht äußern. Ebner von der Wiener Städtische weiß, über welche Zahlen man in der Branche spricht: „Die kumulierten Nachschussverpflichtungen werden nunmehr auf 40 bis 50 Millionen Euro geschätzt.“

Rücklagen aufbauen. Die Pensionskassen wurden nun aber auch verpflichtet, eine Mindestertragsrücklage mit 0,3 Prozent pro Jahr zu dotieren, bis ihr Eigenkapital vier Prozent erreicht hat. Wie diese Mittel aufgebracht werden sollen, wird derzeit noch heftig diskutiert. Es ist davon auszugehen, dass die Begünstigten zur Kasse gebeten werden – mit dem Argument, dass jede Garantie schließlich Geld kostet.

Einige Aktionäre dürften sich inzwischen immerhin Gedanken über eine Kapitalerhöhung machen. Und vielleicht müssen sie sogar schon sehr rasch handeln. Denn wenn die Pensionskassen heuer und im nächsten Jahr nicht mindestens sieben Prozent Veranlagungsertrag erzielen (per Ende September lagen sie bei 5,5 Prozent), zeichnet sich schon jetzt ab, dass sie den Mindestertrag nicht erreichen werden, weil das gute Anlagejahr 1999 für den fünfjährigen durchschnittlichen Betrachtungszeitraum wegfällt und die Verlustjahre 2001 und 2002 voll durchschlagen.

Die Pensionskassen-Novelle schafft zumindest noch zwei weitere Erleichterungen für die Institute: Anleihen bester Qualität müssen nicht mehr nach dem Tageswertprinzip bilanziert, sondern können zum Tilgungskurs bewertet werden, wenn sie bis zur Fälligkeit gehalten werden. Und Pensionskassen dürfen ihre Eigenkapitalbasis jetzt auch über Ergänzungkapital (= nachrangige Anleihen, die dem Eigenkapital zugerechnet werden dürfen) verbessern – so wie Banken und Versicherungen schon bisher.

Kraut und Rüben. Im vermeintlich langfristigen Ansparzeitraum in Pensionskassen liegt aber noch ein weiterer Hund begraben – nämlich in der Struktur der so genannten Veranlagungs- und Risikogemeinschaften, die ja eine gemeinsame Anlagestrategie verfolgen. Sie sind durchwegs nach Unternehmen und nicht nach Altersgruppen mit gleichem Lebenszyklus zusammengesetzt. Das ist allerdings kontraproduktiv, wie Thomas Biedermann, Vorstand der Victoria-Volksbanken Pensionskasse, kritisiert: „In der Regel sind die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten, also die 25- und 60-Jährigen, in einer VRG bunt gemischt.“ Und das bedeutet: In der Veranlagungsstrategie werden Jung und Alt über einen Kamm geschoren, obwohl für sie höchst unterschiedliche Fristigkeiten für die Veranlagung gelten und ihre Risikofähigkeit diametral auseinander klafft. Auch Grünbichler von der FMA gibt zu, dass er darin keinen finanzwirtschaftlichen Sinn sieht. Es gehe wohl in erster Linie um die Frage der Solidarität.

Dilettantische Konzeption. Diese wäre durch eine Strukturierung nach Altersgruppen wohl kaum infrage gestellt worden. Aber Unternehmen, Betriebsräte und Arbeitnehmer haben das Fristenproblem offenbar genauso übersehen wie die Politiker und die von ihnen beigezogenen Profis.
Jetzt bringt zumindest die Novelle eine Erleichterung: Pensionisten dürfen in eine eigene neue VRG ausgelagert werden und stellen damit eine homogene Gruppe für die Veranlagungsstruktur dar.

Aber auch nach dieser Gesetzesnovelle sind weitere Reparaturen angesagt. Eine verrät Grünbichler schon jetzt: Spätestens mit Beginn 2004 werden der maximale rechnungsmäßige Überschuss mit 5,5 Prozent und der maximale Rechnungszins mit 3,5 Prozent für Neuverträge limitiert. Außerdem will die Finanzmarktaufsicht als nunmehr integrierte Institution mit aufgestockter Mannschaft auch die Pensionskassen vor Ort auf Herz und Nieren prüfen.

Anlagekonzepte gesucht. Das Dilemma der Asset-Manager, den Spagat zwischen langfristiger Veranlagung und jährlichem Bilanzstichtag zu schaffen, bleibt aber nach wie vor bestehen. Sie stehen vor der Wahl, rasch Verluste aufzuholen und damit ein höheres Risiko einzugehen oder mit Blick auf die nächste Bilanz auf Nummer sicher zu gehen – allerdings auf Kosten eines potenziell höheren Ertrags.

Das Resultat wird aufgrund der Altlasten – hoher Rechnungszins, hoher rechnungsmäßiger Überschuss und Garantiezins – in jedem Fall für alle Beteiligten unbefriedigend sein, wenn die aktuelle Niedrigzinsphase länger anhält. Denn um auf den Zielertrag von 7,5 Prozent pro Jahr zu kommen, müssten die Aktien im Portfolio jährlich 30 Prozent und mehr bringen. Und das ist ziemlich unwahrscheinlich. So manche VRG wird daher ihr bisheriges Anlagekonzept oder ihre Pensionsvereinbarung infrage stellen müssen. Bednar von Mercer, der österreichischen Pensionskassen in seiner jüngsten Studie ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellt, malt den Teufel bereits an die Wand. Er glaubt, dass von den sieben überbetrieblichen Pensionskassen letztlich nur zwei bis drei überleben werden. Seine Meinung wird in der Branche naturgemäß nicht geteilt, „weil jede ihr Marktsegment besetzt hat“, argumentiert Ebner von der Wiener Städtische. Für die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten besteht wenigstens auch im Falle eines Konzentrationsprozesses keine Gefahr: Ihr Pensionskapital ist Sondervermögen und würde auf eine andere Pensionskasse übertragen werden.

Aber so weit scheint es ohnehin nicht zu sein. Derzeit stehen drei neue betriebliche Pensionskassen kurz vor der Gründung. Sie starten ohne die Altlasten der Konkurrenz und haben die einmalige Chance, aus den bisherigen Fehlern der anderen eine Menge zu lernen.

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