Trio des Jahres 2005: Die Meriten des Mittelstands

Nie war es so wichtig wie heute, die kleinen Unternehmer zu feiern. Das „Trio des Jahres“, die Mittelstandsolympiade von Wirtschaftskammer, Bank Austria und trend, feiert die dreizehnte Auflage. Im Rampenlicht stehen meist die Großen, doch hier präsentieren wir die stillen Helden des Mittelstands. Von 300.000 Klein- und Mittelbetrieben kamen neun ins Finale – aus den Sparten Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung. Drei qualifizierten sich schließlich als Sieger.

„Small is beautiful“
Japanische Maxime

Es gibt Hoteliers, die aus Aberglauben das 13. Stockwerk auslassen. Sie nennen es 12a oder 14. Ich bin froh, dass unsere Partner, die Wirtschaftskammer und die Bank Austria, zu den Kühlen im Lande gehören. Sie neigen nicht zu Esoterik.

Ich schreibe gerne die 13 als Zahl der bisherigen „Trios des Jahres“. Erstens bin ich überhaupt nicht abergläubisch, sondern halte die Zahl 13 für eine besondere Zahl voller Schönheit, Magie und geheimem Zauber. Zweitens sehe ich darin einen auffälligen Leistungsbeweis dieser Veranstaltung, die von einem Journalisten die „Mittelstandsolympiade von Österreich“ genannt wurde.

Das Besondere liegt nicht darin, den größten Motivationsevent für Kleinunternehmer erfunden zu haben. Sondern in der geduldigen Pflege auf seine heutige, unverzichtbare Kraft. Erfunden wird im kreativen Österreich vieles. Bewahrt und gepflegt wie etwa Opernball und Neujahrskonzert nur weniges.

Kein Grund freilich, die einstigen Erfinder nicht dankbar zu nennen: Werner Hutschinski (damals Bundessektionsobmann „Gewerbe“ der Kammer) und Hans Leitner (damals Syndikus der Kammer, besonders dem Handwerk zugetan). Sie haben in einem Moment hoher Inspiration etwas Großes erfunden, das den heutigen Ritterschlag „Nachhaltigkeit“ verdient.

Der dritte, geringste und heute letzte Aktive unter den Gründern war ich. Mein glänzender Beitrag lag darin, als Gefragter des Wunschpartners trend innerhalb einer Zehntelsekunde „Ja!“ zu rufen. Und anschließend das zu tun, was Pflicht, Neigung und Begeisterung verlangten. So viel über die Wurzeln eines Baums, der zur Palme wurde.

Nachhaltiges braucht Befeuerung. Ohne rhythmische Zufuhr externer Energie erkaltet auch das hitzig Gezeugte. Ich hebe hier subjektiv einen einzelnen Mann über die vielen anderen Verdienten.

Niemand hat so entschlossen in die Glut des „Trios des Jahres“ geblasen wie Christoph Leitl. Dieser Event kam ihm freilich zupass. Er war nie ein Mann der Defensive. Er drängte ab ovo voran. Dies zeigt sich an vielem. Auch darin, dass er nie über Unheil jammert, sondern das Positive – biblisch: das Verheißende – wichtiger nimmt. Beispielsweise Motivation durch Zuspruch. Dafür stehen sein bisher wichtigstes Buch „Nur Mut!“ und der nationale Event „Trio des Jahres“.

Seit dreizehn Jahren werden je drei Unternehmer aus Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung vor den Vorhang geholt. Eine Zuversichts-Veranstaltung, deren Wärme und Kraft jeden berührt, der sie je in den Prunkräumen der Bank Austria am Hof, Wien I, erlebte. Mittlerweile ist es die einzige Veranstaltung, die seit über einem Jahrzehnt vom Bundeskanzler und vom Wirtschaftsminister (seit Langem: Schüssel und Bartenstein) als Festredner begleitet wird.

Veranstaltungen können müde werden. Oder noch munterer, wenn rechtzeitig eine jüngere Generation eingreift. Die heutige trend-Führungs-Crew, hinter Herausgeber Christian Rainer die thematisch zuständigen Chefredakteure Thomas Martinek und Reginald Benisch, hat den Festtag des „Trios des Jahres“ besser gemacht. Man hat den Ablauf verschlankt. Die Schnitte wurden knapper gesetzt. Man gönnt den anwesenden Gleichgesinnten mehr Kontakte und glückliche Gespräche bei Weltklassewein aus Österreich.

Seit dreizehn Jahren ist die Freude an diesem Abend gestiegen. Und war doch früher schon für viele groß. Ich erinnere mich an eine Glockengießer-Familie, die vor zehn Jahren wie ein Weihnachtswunder genoss, in diesem Rahmen erkannt zu werden.

Das scheinbar Unbemühte und Lockere dieses Siegerabends ruht freilich, wie die Organisation der Auszeichnung selbst, in monatelanger Arbeit führender Working Managers der drei Partner: Helmut Heindl (Wirtschaftskammer Österreich), Peter Drobil (Bank Austria), Isabella Bobrowsky-Kadecka (trend).

Ob es nicht mühsam werde, diesen Erfolgsevent textlich zum dreizehnten Mal zu begleiten, fragte jüngst ein „profil“-Kollege. „Normalerweise ja“, sagte ich, „hier aber gar nicht.“ Erstens müsse das immer schon Gute an Österreichs Kleinunternehmen (je nach Definition 100.000 bis 300.000 Firmen) wiederholt werden. So wie bei Thomas Bernhard sei die Wiederholungsverdichtung stilistisch wichtig. Speziell die Jüngeren müssten immer wieder das Wesentliche hören: dass uns das dichte Netz genialer Kleinunternehmer in seiner Härte und Beweglichkeit so perfekt schützt wie das Kettenhemd eines Ritters.

Außerdem käme Jahr für Jahr Neues dazu. Nicht nur neue Unternehmerporträts in Form der Gold-, Silber-, Bronze-Gewinner, sondern auch neue Erkenntnisse. Beispielsweise die folgende.

Es heißt, dass man das Ganze besser sähe, je länger und höher man fliege. Das stimmt in diesem Fall. Man sieht Ängste in der Bevölkerung, die zeigen, dass der Wirtschaftsunterricht unserer Schulen krankt.

Viele Österreicher machen sich in der heutigen Umbruchzeit schon wieder Sorgen, ob der Staat richtig auf die Wandlungen reagiere und – um es krass auszudrücken – das Richtige produziere. Mit der Angst kommt eine Art Verstaatlichtendenken, ein seelischer Marxismus.

In schwierigen Zeiten sucht man den Schutz von oben, übersieht aber, dass der Staat nur Rahmenbedingungen festlegen kann. Wäre auch er Unternehmer, müsste er den Überblick über zirka eine Milliarde Produkte haben. An diesem Wahn zerschellte der Ostblock.

Wir sind gut dran, weil 100.000 bis 300.000 Unternehmer und ihre Familien (die für Kleinunternehmer ein meist wichtiger Faktor sind) buchstäblich Tag und Nacht an den Erfolg ihres kleinen Unternehmens denken. Sie arbeiten daran, noch erfolgreicher zu sein. Die meisten schaffen es. Sie halten Österreich mit ihrem Fleiß und ihrer hoch spezialisierten Nischenforschung unter den Top Ten der Erde.

Neun der besten dieser Helden stehen auch heuer auf einer Bühne, die von der Wirtschaftskammer, der Bank Austria und dem trend vor 13 Jahren gezimmert wurde.

Helmut A. Gansterer

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