Immobilien: Ein Platz an der Sonne

Wie kommt man bloß auf die kuriose Idee, um einen Batzen Geld ein HAUS AM MITTELMEER zu kaufen, das man dann nur einige Wochen im Jahr bewohnt? Der trend verrät, warum sich dennoch immer mehr Österreicher ein Ferienhaus zulegen, welche DIE NEUEN HOTSPOTS sind - und worauf man BEIM HÄUSERKAUF AUFPASSEN muss.

Schuld sind natürlich die Briten. Das nasskalte, tief ins Mark kriechende Inselwetter treibt die Ober- und Untertanen des Vereinigten Königreichs seit Jahrhunderten zur Suche nach milderen Alternativen.

Im 19. Jahrhundert waren es englische Ärzte oder Adelige, deren Reiseberichte von der französischen Riviera tausende ihrer Landsleute erst zum Nachreisen, dann zum Villenbau vor Ort anregten. Schriftsteller wie D. H. Lawrence und William Somerset Maugham bereiteten den Boden dann für ein noch immer distinguiertes, internationales Publikum auf.

Heute erfüllen sich auch immer mehr Österreicher den Traum von einem Platz an der Sonne, auf dem idealerweise auch noch ein romantisches Häuschen steht. Eine ganze Reihe von heimischen Unternehmern, Freiberuflern und Politikern hat in den letzten Jahren ein Haus an der Côte d'Azur, eine Finca im spanischen Hinterland, ein Appartement auf Mallorca oder fürs Erste einmal ein Grundstück an der dalmatinischen Küste erworben. Preislich, das zeigen die trend-Beispiele in dieser Geschichte, ist so ziemlich alles vorstellbar: vom 100.000-Euro-Steinhaus auf einer Insel bis zur 3-Millionen-Villa an einer mondänen Strandpromenade.

Während die Gegend um Cannes und die spanische Costa del Sol international die begehrtesten - und deswegen maßlos überteuerten - Destinationen bleiben, bevorzugen die Österreicher in letzter Zeit eindeutig das per Auto bequem erreichbare Kroatien oder entdecken auch Griechenland als potenziellen Dauerwohnsitz. Anwesen auf der einst so trendigen Insel Mallorca werden dagegen derzeit eher verkauft. Im Zuge des EU-Beitritts von Zypern und Malta (2004) beziehungsweise von Bulgarien (frühestens 2007) herrscht auch um die dortigen Villen, Bauernhäuser und Golf-Appartements schon jetzt ein ordentliches Griss. Jedenfalls vonseiten der - erraten - britischen Staatsbürger.

Mit dem EU-Beitritt hat der Begriff "Inland" auch für Österreicher völlig neue Dimensionen bekommen. Hatte man früher sein Häuschen am Atter- oder Wörthersee, so ist es dank Rechtsangleichung und besserer Verbindungen inzwischen keine Hexerei mehr, eine tausend Kilometer entfernte Immobilie zu bewohnen. Sich mit Pensionsantritt dann dauerhaft in einem Sonnenland niederzulassen liegt da im buchstäblichen Sinn nahe. Und jetzt einmal ehrlich: 1518 Sonnenstunden pro Jahr in Gmunden gegen 3009 in Malaga, einmal ganz abgesehen von den Temperaturen - wo sind die Bedingungen wohl idealer, um Dauerurlaubsstimmung aufkommen zu lassen?

Hier bleiben wir! Meistens ist es genau dieses Ach-hier-ist-es-so-schön-könntenwir- nicht-für-immer-hierbleiben-Gefühl, mit dem alles beginnt. Ex-Kanzler Franz Vranitzky beispielsweise, der sich mit seiner Frau vor vier Jahren einen Cluburlaub auf Kreta gegönnt hatte, erstand schon ein Jahr später ein Anwesen im Südosten der Insel.

Manfred Matzka, früher Sektionschef im Innenministerium, heute im Präsidium des Bundeskanzleramts, kam beim Spazierengehen in der Nähe des kroatischen Ortes Lovran auf den Gedanken, "dass wir uns da etwas kaufen könnten, als Perspektive für die Pension".Tatsächlich erwarb er mit seiner Frau ein altes Steinhaus in Medveja nahe Lovran, "das viel schneller renoviert worden ist, als wir uns gedacht haben ". Jetzt verbringt er rund zwei Monate im Jahr im neuen Feriendomizil.

Und für Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk war mit dem Kauf des Hauses der Rad-Legende Ferry Dusika westlich von Albufeira (an der portugiesischen Algarve) ein Bedürfnis gestillt, das erstmals "bei der Lektüre von Abenteuerromanen aus der Bibliothek meines Vaters" geweckt worden war, wie er heute rekapituliert.

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