Handwerk: Felber siegt selber

Ein hoch expandierender Wiener Bäckerbetrieb zeigt sich kreativer als viele Hi-Tech-Unternehmen.

Als Oberbank-Vorstandssprecher Franz Gasselsberger, der als Kommunikationskünstler gilt, für eine Werbezeitung der 3-Banken-Gruppe ein besonders gutes Kunden-Testimonial suchte, fand er die Franz Felber & Co GmbH (www.felberbrot.at) in Wien.

Die Bank berichtete stolz, seit zehn Jahren die Expansion einer Firma zu betreuen, die durch zweierlei auffällt. Erstens durch robotisch exakte, jährliche Umsatzsprünge (mit Wiederverkäufern und 31 Verkaufsfilialen) auf zuletzt 14 Millionen Euro. Zweitens durch eine Kreativität, die kein Brösel ist.

Felber beweist, dass Erfindungsreichtum nicht nur in der Hi-Tech, sondern auch in den Basistechnologien (Essen, Kleiden, Wohnen) zu Hause sein kann und dort oft höhere Werte schöpft. Bei Felber kommt die Kreativität gleich doppelt des Weges. Das liegt am attraktiven Führungspaar, das im guten Kundenblatt „Unsere Info für Euch!“ abgebildet ist. Schon die Kleidung zeigt die Rollenverteilung:
Franz Felber im handwerksnoblen weißen Bäcker-Jackett ist für die Produktinnovationen zuständig, in diesem Fall die ganze Palette von Brot, Backwaren, Feinbackwaren, Konditoreiwaren und Snacks.

Doris Felber im feinen, grauen Business-Kostüm und dunklen Strümpfen zum dunklen Haar ist für die unternehmerischen Innovationen zuständig. Diese schüren das Feuer der Expansion und halten die Motivation der 320 Mitarbeiter wach. Ihre Einfälle blitzen vor Intelligenz. Etliche weckten auch publizistisches Interesse. Zuletzt verblüffte beispielsweise Felbers „Erste Wiener Brot Börse“, mit der vom 1. bis 31. August 2003 der traditionell schwächere Sommerverkauf angekurbelt wurde.

Die Bäckerei, die schon durch ihren Werbeslogan „Der Bäcker Felber bäckt selber“ zugleich den Aufmerksamkeitsgrad erhöhte und manche Konkurrenten ärgerte, sorgte mit dem Lockruf „Stündlich fallen die Preise!“ für köstliche Nachfrage. Die Idee: ab 16 Uhr Preisreduktion um 20 Prozent, ab 17 Uhr um 40 Prozent, ab 18 Uhr um 50 Prozent. Das war wie drei Topfengolatschen auf einen Biss: erstens höhere Sommernachfrage; zweitens gewann man Pensionisten, die zu diesen Preisen auch Neues probierten; drittens fiel weniger Retourware an – immerhin bleiben normalerweise zehn Prozent übrig, die an Bauern verteilt werden.

Auffällig auch die professionell perfekten Aktionen, kalendergerecht wie etwa die Schulbäcker-Aktion zu Schulbeginn, die Ostern-Specials, die Marillenzeit-Aktion oder eine appetitlich gestaltete Italien-Aktion mit Baguette, Olivenfladen und Ciabatta. Doris Felber nützt auch gründlich die „neue“ Gewerbefreiheit: Sonntagsgebäck wird immer wichtiger, auch Kaffee in den Filialen, vereinzelt gibt es auch Eierspeis und Ham & Eggs.

Als Joggerin – einziges Hobby neben Mann, Kindern und anregenden Magazinen – auf Langstrecken getrimmt, orientiert sich Doris Felber mit ihrem Mann, den sie bei Willy Dungl kennen lernte, auf ein 2010-Ziel von 50 Filialen. Damit aus „Viel Arbeit, viel Brot“ noch mehr Arbeit und noch mehr Brot wird.

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