Gewerbe: Frauschers frohe Fahrt

Die Frauschers, Bootsbauer zu Gmunden, kochen auf dem Wasser: Seit dem Millennium verdoppelten sie den Umsatz des Traditionsunternehmens.

Michael und Stefan Frauscher kommen durch die Tür wie eine Rennyacht, die ungedrosselt die Piazzetta Venedigs entert und erst beim Campanile zur Ruhe kommt. Sie bewegen sich schnell, machen ihren eigenen Wind und sind fröhlich wie junge Hunde.

Michael, 40, Bruder Stefan, 37, und Cousine Andrea, 36, Frauscher sind die dritte Generation der traditionellen Bootswerft Frauscher GmbH & Co KG am Traunsee. Seit 80 Jahren verdient man dort mit wasserdichten Produkten gutes Geld. Irgendwo müssen die Frauschers gelesen haben, wie sich die Wissenschaft die Generationsfolge eines Unternehmens vorstellt: Die erste Generation gründet, die zweite und dritte expandiert, die vierte stabilisiert oder vernichtet.

1927 gründete Engelbert Frauscher an der Alten Donau in Wien den Betrieb, den er nach dem Zweiten Weltkrieg nach Gmunden verlagerte, wo er zunächst auch für die US-Army werkte. Die kleine Werft baute vor allem Holzboote wie O-Jollen und Ruderboote.

Seine Söhne Ernst und Hans, in einem Vierer mit den Frauen Lisi und Dorli, entschlossen sich 1969 als zweite Generation zu einem bis heute gültigen Technologieschwenk: von Holz zu Polyester, das zwar neues Know-how und einige Forschung verlangte, aber unwiderstehliche Vorzüge hat, wenn es um Haltbarkeit, Reparatur und Service geht. Seit damals wurden über 2000 Elektroboote und 1000 Segelboote verkauft.

Seit Mitte der achtziger Jahre stand Michael – damals grad 19 Jahre alt – mit auf der Kommandobrücke, als gleitender Übergang zur dritten Generation. Diese wurde im April 1996 durch Stefan und Andrea komplettiert. Eine eher frühe, kluge und liebevolle Hofübergabe. Die Elternpaare sind gewissermaßen Aufsichtsrats-Admiräle, die nur dann ihre Stimme erheben, wenn es um hohe Investitionen geht oder um einen falschen Kurs, wovon nicht die Rede sein kann, im Gegenteil.

In den letzten vier Jahren wurden fünf neue Boote entworfen, der Umsatz von zwei auf vier Mio. Euro verdoppelt. Vor allem die bisher aufregendste Innovation, die unendlich elegante Yacht „St. Tropez“ (Typ 750, schnelle Elektroyacht; Typ 757, Motoryacht mit dem Flair der 50er Jahre) verlangt als preiswertes, aber elitäres Produkt (www.frauscherboats.com) gezielten Marketing-Nahkampf.

Die Bootswerft Frauscher ist im Geschäftserfolg von einem Verdränger zu einem Gleiter geworden. Gefährlich ist allenfalls, dass mit den Kindern Maximilian, Georg, Franziska, Marlene, Johanna und Simon schon reichlich für die vierte Generation vorgesorgt wurde, die in der Theorie der Wirtschaftshistoriker als „Vernichter-Generation“ gilt.

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