Geldanlage: Trau dich doch!

Die verführerischen Meldungen einer Konjunkturerholung verlockten bereits die ersten Investoren – und schon gab es an den Börsen einen kräftigen AUFSCHWUNG. Droht im Herbst vielleicht schon der nächste Crash – oder geht der BOOM an den Börsen weiter? trend zeigt Ihnen die BESTEN AKTIEN, die auch wechselhafte Zeiten überstehen, die noch billig sind und die Sie jetzt kaufen sollten.

Wer derzeit in den internationalen Medien die Berichte über Konjunktur und Börsen verfolgt, bekommt ein ziemlich schizophrenes Bild von der Wirklichkeit geliefert.

  • In seiner Juli/August-Nummer servierte das deutsche Wirtschaftsmagazin „Capital“ seinen Lesern mit einigem Optimismus „Die Potenziale von Dax, Dow & Co“.
  • Alarm schlug hingegen das deutsche „Handelsblatt“ am 4. August: „Luft bei Aktien wird dünner“, warnte Deutschlands führende Wirtschafts-Tageszei-tung.
  • Am 24. Juli ließ das deutsche „Focus Money“ unter dem Titel „Wir kaufen jetzt“ die „Top-Manager der Fondsbranche“ erklären, warum sie jetzt wieder auf Aktien setzen.
  • Am 4. August registrierte die „Neue Zürcher Zeitung“ im Ressort Geld und Anlage „erschreckende Parallelen“ zwischen dem Beginn der rund 13-jährigen Baisse in Japan und dem Verlauf des europäischen Aktienindex Euro-Stoxx-50.
  • Auch der Titel „Economies grind slowly forward“ („Volkswirtschaften schrammen langsam vorwärts“, „Financial Times“ vom 2. August) lässt nicht wirklich Optimismus aufkommen.
  • Doch die deutsche „WirtschaftsWoche“ forderte ihre Leser am 24. Juli unmissverständlich auf: „Trauen Sie sich wie-der“ – es geht klarerweise um den Aktienkauf.

Wechselbäder für Wirtschaftsleser. Der trend schließt sich dieser Meinung an. Der Zeitpunkt, sich wieder zu trauen, ist da – aber nur bei bestimmten Aktien. Selten herrschte unter Wirtschaftsforschern, Aktienanalysten und Berichterstattern eine ähnlich große Unsicherheit über die kommenden Monate. Die Stimmung pendelt zwischen Befürchtungen über eine Neuauflage des Oktober-Crashs 1987 und der Hoffnung, die mageren Jahre endlich überwunden zu haben, wobei zuletzt die Optimisten die Oberhand gewannen. „Es erschreckt mich fast, wie positiv manche Leute die Börsen jetzt sehen“, so Helge Rechberger, Abteilungsleiter Equity Market Research bei der Raiffeisen Zentralbank.

Nicht wegzudiskutieren ist die überaus erfreuliche Börsenentwicklung zwischen März und Juni dieses Jahres. Der Morgan-Stanley-Euroraum-Index legte in diesem Zeitraum 25 Prozent zu, die New York Stock Exchange ging es mit einem Plus von 22 Prozent nur geringfügig gemächlicher an. Die Indexgewinne hatten eines gemeinsam: Sie erfolgten in beruhigender Stetigkeit. Der Börsenbulle stürmte nicht los, vielmehr setzte sich die Herde gemächlich, aber nachhaltig in Bewegung. Den Bären blieb da nur das Rückzugsgefecht.

„Das ist an sich ein gutes Zeichen, so etwas läutet üblicherweise einen Bull Market ein“, erklärt Wolfgang Layr, Investmentchef der Österreichischen Volksbanken AG. Dennoch sieht Layr keinen Grund zum Aufatmen. „Ich glaube dennoch, dass wir uns in einer Bear Market Rally befinden.“ Als „Bear Market Rally“ bezeichnen Börsianer eine befristete Erholung in einem insgesamt noch abwärts gerichteten „Bärenmarkt“.

Auf die Frage, warum er nicht an die breite Erholung der Aktienmärkte glaubt, antwortet der Investmentprofi schlicht: „Es ist nichts da, von dem irgendeine Fantasie ausgehen könnte, das eine höhere Bewertung der Aktien rechtfertigt.“ Wegen der niedrigen Zinsen gebe es keine Zinsfantasie – weitere Senkungen wür-den auch nicht mehr viel bringen –, und Konjunkturfantasie sieht Layr schon gar nicht.
In diesem Punkt muss ihm Marcus Scheiblegger, Konjunkturforscher des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Recht geben. „Von einem richtigen Aufschwung kann man derzeit nicht sprechen“, meint der Wirtschaftsforscher. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft der EU um magere 1,2 Prozent wachsen – Österreich liegt hier im Mittelfeld. Stärker falle dagegen das Wachstum in den USA aus – hier rechnet das Wifo mit drei Prozent plus.

Zu viel Geld. Warum die Aktien im ersten Halbjahr dennoch recht flott zulegen konnten, erklärt Layr mit der hohen vorhandenen Liquidität. „Es ist eben viel Geld da, und da kauft man auch Aktien.“ An ein baldiges Comeback der Dividendenpapiere mag Layr nicht glauben: „Nach einem Absturz, wie wir ihn in den vergangenen drei Jahren erlebt haben, geht niemand zum Tagesgeschäft über. Wenn ein Markt eine solche Überhitzung hatte und dann so abgestürzt ist, braucht es Jahre, manchmal Jahrzehnte, bis das die Anleger verdaut haben“.

Christian Nemeth, Chief Investment Officer des Bankhauses Sal. Oppenheim in Österreich, sieht das freilich anders. „Wir glauben auch nicht an einen extremen Boom. Aber wir gehen ganz klar davon aus, dass die nächste größere Bewegung an den Aktienmärkten nach oben und nicht nach unten führt.“ Seine Diagnose der Weltwirtschaft: „Die Risiken von ökonomischer Seite haben abgenommen, das Umfeld für die Kapitalmärkte verbessert sich.“ Vor allem die USA könnten sich als Konjunkturlokomotive bewähren: „Für die USA rechnen wir heuer mit einem Wirtschaftswachstum um 2,3 Prozent, im kommenden Jahr werden es unserer Schätzung nach dann 3,2 Prozent sein.“

Etwas zurückhaltender beurteilt Nemeth die Aussichten in der EU. „Europa hängt, was die Börsen betrifft, am Gängelband der USA. Um konjunkturell in Schwung zu kommen, braucht es sicher einen Anstoß von außen.“ Das könnten niedrigere Ölpreise sein, das könnte aber auch ein Exportboom sein.
Euro bremst. Doch gerade dafür sieht Volksbanken-Anlageprofi Layr wenig Ansätze. „Das verhindert ja der starke Euro. Die Europäer müssten da das Gleiche machen wie die Amerikaner zwischen 1975 und 1995. Da ist der Dollar von 28 Schilling auf zehn Schilling abgestürzt. So konnten die Amerikaner die Staatsfinanzen sanieren und die Unternehmen stimulieren.“ In Europa werde der Export hingegen durch die starren Maastricht-Kriterien behindert. „Und da traut sich niemand, etwas zu sagen.“

Für die USA hingegen könnte sich der anhaltend schwache Dollar positiv bemerkbar machen. „Im dritten und vierten Quartal kann es da einen Dollareffekt geben, die Ankurbelung der Exporte wird in den Bilanzen zu sehen sein“, glaubt RZB-Investmentexperte Rechberger.

Nicht nur der billige Dollar, der den USA einen Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt beschert, erweist sich als Wohltat für die Bilanzen. Im Abschwung haben die Unternehmen heftige Abmagerungskuren eingeleitet: Kosten wurden drastisch reduziert. „Wir haben bei den jüngsten, durchaus positiven Gewinnausweisen immer wieder gelesen: Aufgrund von Kostensenkungen habe man das Ergebnis verbessert. Wachstum ist das aber noch keines“, so Rechberger. Eine Beobachtung, die auch Oppenheim-Investmentchef Nemeth gemacht hat. „Man hört immer nur vom Einsparungspotenzial. Vom Wachstumspotenzial ist hingegen noch kaum die Rede. Das ist natürlich ein Wermutstropfen. Aber die Lage scheint sich zu stabilisieren.“

Ein Urteil, dem auch Wolfgang Layr einiges abgewinnen kann – allerdings zieht er daraus andere Schlüsse: „Für einen Bull Market reicht das noch lang nicht.“ Dass damit Aktieninvestments auf Jahre hinaus uninteressant werden, sieht Layr aber auch nicht: „Jetzt kommt es auf die Wahl der richtigen Titel an. Schließlich hat es ja auch in Japan während der mehr als zehnjährigen Baisse Superchancen gegeben.“ Mit einem prominenten Beispiel macht Layr Anlegern den Mund auf Supergewinne in einem schwachen Marktumfeld wässrig: Sony kletterte während der Baisse in Tokio von 2000 auf 18.000 Yen. Wenn das kein Argument ist, jetzt auf Aktienjagd zu gehen.

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