Gehaltsstudie: Darf’s ein bisserl mehr sein

Verdienen Sie genug? Oder wäre nicht schon längst ein Nachschlag auf Ihrem Gehaltszettel fällig? trend sagt Ihnen, was Ihre Leistung in den verschiedenen Branchen wirklich wert ist.

Ihr Nachbar hat sich gerade den neuen A6 Avant zugelegt? Ihre Kollegin erzählt mit leuchtenden Augen von ihrem neuen Architektenhaus? Der Kerl aus der anderen Abteilung trägt doch tatsächlich nur mehr Maßanzüge? Wenn um Sie herum Ähnliches geschieht, kann das nur zwei Ursachen haben: Sie haben den falschen Job – oder Sie verdienen zu wenig.

Doch was tun? Um ein Mitarbeitergespräch und eine Lohnerhöhung bitten oder zähneknirschend weiterschuften? Stellen Sie sich lieber erst einmal die Frage: Wie viel ist die eigene Arbeitskraft tatsächlich wert? Beim Poker ums Gehalt gehen nämlich den meisten bei Forderungen nach Erhöhungen die Argumente aus.

Damit Ihnen das nicht passiert, hat der trend für Sie zwei aktuelle Gehaltsstudien von Kienbaum Management Consultants und C2X Human Strategies analysiert. Während erstere die Einkommen von Österreichs Führungskräften untersucht, befasst sich die Erhebung von C2X mit den Gehältern vom Generaldirektor bis zum einfachen Mitarbeiter.

Bezahlung nach Leistung. Unternehmen gehen immer öfter den Weg über eine variable Vergütung. Doch hierzulande herrscht in diesem Bereich Nachholbedarf. Während im angelsächsischen Raum die Erfolgsprämie bereits seit Langem fixer Bestandteil des Einkommens ist, entwickelt sich das Modell variabler Gehaltsbestandteile bei uns erst langsam.

Das zeigt auch der internationale Vergleich: In den USA dürfen Manager der Top-30-Unternehmen nur noch mit 19 Prozent Fixgehalt rechnen, während Österreichs Wirtschaftskapitäne immer noch die Hälfte ihres Honorars als Fixum beziehen. Der Rest ist ans Unternehmensergebnis gekoppelt. Eine erfolgsabhängige Bezahlung klingt zwar gut, hat aber nicht nur Vorteile, wie Alexander von Preen, Geschäftsführer der Kienbaum Management Consultants, feststellt: „Geht es dem Konzern gut, profitieren dann natürlich auch die Angestellten davon. Ist Auftragsflaute angesagt, wird aber auch das schlechtere Jahresergebnis vermehrt auf die Mitarbeiter übergewälzt.“

Österreichs Führungskräfte haben jedenfalls – rein gehaltsmäßig – keinen Grund zu klagen. Hinkten in den vergangenen zehn Jahren die Gehälter der Oberliga stets dem internationalen Durchschnitt hinterher, begann 2005 eine Aufholjagd, die auch weiterhin anhält. Die Einkommen der Top-Manager verzeichnen die stärkste Steigerung. Bruno Gangel, Executive Consultant von Teamforce Human Resources: „2006 liegen sie mit einem Plus von 4,86 Prozent deutlich über dem allgemeinen Schnitt.“ Die besten Gehälter sind für Manager, wie auch schon in den vergangenen Jahren, weiterhin in der Pharmabranche zu holen. Doch für die Experten ist auch die klassische Industrie – dazu zählen die Bereiche Anlagen, Maschinen, Roh- und Grundstoffe und Chemie – ein recht lohnender Bereich. Nur die Entwicklung in der IT-Branche stagniert, wenn auch auf hohem Niveau. Das Schlusslicht im Branchenvergleich bilden der Transport- und der Textilsektor.

Techniker gesucht. Die besten Konditionen sind naturgemäß dort herauszuschlagen, wo die Nachfrage größer ist als das Angebot. Im Augenblick gilt das vor allem für die klassische Industrie, Chemie und Pharma. Die besten Gehaltschancen bieten sich für Profis im internationalen Vertrieb, in der Umwelttechnik und im Finanz- und Rechnungswesen. Intensiv gesucht werden zurzeit auch Techniker mit Top-Ausbildung, die sich auf Logistik- und Prozessoptimierung spezialisiert haben – auf internationalem Niveau, versteht sich. Aber auch für Projekttechniker im Anlagenbau und Verfahrenstechniker brechen am Jobmarkt rosige Zeiten an.

Am meisten zu holen ist auch da bei internationalen Konzernen. Verglichen mit den großen österreichischen mittelständischen Unternehmen, zahlen internationale Unternehmen bis zu 15 Prozent mehr Gehalt. Allerdings wird die große Kluft durch deutlich höhere Anforderungen im internationalen Bereich wettgemacht. Für Gangel ist die Gehaltsschere durchaus gerechtfertigt, muss doch etwa das Vertriebsmanagement in einem Weltkonzern völlig anders ablaufen als in einem regionalen Unternehmen: „Fremdsprachenkenntnisse, strategische Kundenentwicklung, Cross Selling und so weiter verlangen den Mitarbeitern mehr ab.“

Von Ulrike Moser
Das Gehaltshandbuch „Die Gehälter Österreichs 2006“ von Bruno Gangel ist über gehaltsstudie@teamforce.at oder www.teamforce.at erhältlich. Die aktuelle Vergütungsstudie „Führungskräfte in Österreich 2006“ erhalten Sie direkt bei Kienbaum Beratungen Ges.m.b.H, Tel.: 01/533 51 88-22.

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