Erfolgsfaktor PE

Wir erfinden ein neues Managementkürzel: PE = Persönliche Energie. Übersetzt in die neue Muttersprache: Personal Energy. PE ist für die Karriere wichtiger als ein PC.

Prolog: Vom Dazulernen
Ich habe die Ehre, ziemlich eifrig durch den deutschsprachigen Raum zu tingeln, als Botschafter des trend-profil-Hauses und egoistischer Werber meiner Bücher. Meine Standardvorträge lauten:

  • Die Natur der Sieger und Verlierer
  • Wirtschaftswunderland Österreich
  • Die Anatomie der Innovatoren
  • Hi-Tech als Wonne und Wahnsinn
  • Die Kunst, die Kunst zu verstehen

In den zirka zehn Jahren dieser zusätzlichen Aufgabe lernte ich einiges, das ich als wahrscheinlich nützlich weitergebe. Beispielsweise, dass es eine Hierarchie des Interesses gibt, unabhängig davon, ob das Referat in Interlaken oder Davos, in München oder Stuttgart, in Wien oder Amstetten gehalten wird.

Interesse für Nationalökonomie, Politik und Globales: Note 4. Interesse für Branchenspezifisches und Firmenspezifisches: Note 2. Interesse für alles, was einen persönlich weiterbringen könnte: Note römisch I.

Tipp 1 also für Manager, Managementlehrer, Konsulenten und Unternehmer, die oft mit PC+Beamer präsentieren oder Reden schwingen müssen: Versuchen Sie, den Egoismus Ihrer Zuhörer zu befriedigen.

Diese „selflove“ (Adam Smith) hat nichts Teuflisches. Das wollen uns nur irregeleitete Priester und eine scheinfromme Gesellschaft einreden. Jeder Verhaltensforscher betont, dass es ohne Egoismus kein Überleben gibt. Wer darin dem Konrad Lorenz nicht glauben will (weil er diesen als grausam ansieht und leicht rechts von Dschingis Khan ansiedelt), hört vielleicht auf den gütigen Karl Popper: „Jedes Lebewesen, selbst die Amöbe, ist in jeder Sekunde darauf aus, die eigenen Lebensumstände zu verbessern.“

Doch selbst innerhalb der egomanischen Themen gibt es eine lehrreiche Abstufung. Mein Vortragsbestseller (eine lächerliche Bezeichnung bei maximal 50 Stück pro Jahr) ist Die innere Natur der Sieger und Verlierer, eine ausschließliche Ego-Orgie. Sie besteht aus zwei Teilen. Erstens einem nicht ungelittenen, aber eher lauwarm akklamierten, seriösen Part über die Fähigkeit, innere Hemmungen und Bremsen zu lösen. Da geht es um den Umgang mit Anerkennung, Egoismus, Altruismus, Moral und Leidenschaft.

Der zweite, wesentlich lebhafter konsumierte Teil ist spekulativ. Er handelt von der persönlichen Energiebilanz und deren Verbesserung. Da lebt das Auditorium seufzend auf, weil er zwar simple, aber oft verzweifelte Probleme des Alltags berührt.
Zur PE, der Persönlichen Energiebilanz und deren Verbesserung zählen Fragen wie: Haben Singles oder Familienoberhäupter beider Geschlechter energetische Vorteile? Ist Entspannung oder Umspannung ideal? Soll man Yoga oder Motorradfahren lernen? Stimmt die Lehre mancher Asiaten, dass man, sofern die Tiefschlafphasen ideal verteilt werden, mit vier Stunden und 20 Minuten Schlaf auskomme, ohne schwächer zu werden, und damit rund 1000 Stunden pro Jahr für kreative Arbeit gewinne? Kann man lernen, die immer wichtigeren Medien energetisch sinnvoll zu nützen? Wie geht man klug mit TV um? Welche Energierolle spielt das scheinbar Nutzlose, die Musik, die Kunst, die meditative Stille? Hatte Ernst Jünger, der bis zum Alter von 103 Jahren schön und klug blieb (obwohl er zwischendurch bekanntlich deppert war), mit seinen Jungbrunnen-Rezepten Recht? Und kann die Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ wirklich Energie befreien, weil sie die größte Angst mildert, jene vor dem Tod?

Die Diskussionen nach den Vorträgen handelten bisher zu gut 90 Prozent vom zweiten Teil, der offenbar schicksalsnäher ist. Mittlerweile lebt dieser ständig erweiterte Teil zur Hälfte von Diskussionsbeiträgen, die klüger waren als das Vorgetragene.

Tipp 2 für vortragende Wirtschaftsführer daher: Verzichten Sie nie auf ein nachfolgendes Zwiegespräch mit dem Auditorium, auch wenn Sie vom eigenen Referat erschöpft sind. Ich habe ohnehin den Verdacht, niemand profitiere von Vorträgen so sehr wie die Vortragenden. Ich würde sogar einen Schritt weitergehen: Fahren Sie nach einem Vortrag etwa in Steyr nicht heim. Diskutieren Sie mit einem harten Kern (idealerweise gemischt aus Kaufleuten, Politikern und Technikern, Betriebswirten, Landwirten und Wirten) im Hotel Minichmayr bis zum Abwinken. Man profitiert selber nie durch das, was man spricht. Das kennt man ja schon. Was man zu hören bekommt, ist wie ein Geschenk. Es verbessert von Mal zu Mal das alte Referat, und nebenbei die eigene Energiebilanz.

Warum gebe ich seit 30 Jahren gerne alles weiter, was ich selbst gelernt habe, inklusive professioneller Tipps und Tricks? Es hat jedenfalls nichts mit Masochismus oder gar Flagellantismus zu tun. Es hat vier andere Gründe.
Erstens, weil es sich gehört. Ein Wirtschaftsjournalist ist ein Dienstleister, kein neidischer, eifersüchtiger Künstler. Zweitens, weil es verblüfft. Es befriedigt mein Bedürfnis nach Boshaftigkeit. Drittens, weil eventuelle „Konkurrenten“ aus Trotz oder Trägheit die Tipps ohnehin nicht nützen. Viertens, weil es die einzige Chance ist, sich weiterzuentwickeln und Neues zu suchen. Hermann Hesse beklagt in einem wunderbaren Gedicht die Gefahr, „im eingewohnt Vertrauten zu erschlaffen“.
Tipp 3 daher: Sie müssen nicht alles herschenken, was Sie dinglich besitzen. Aber schenken Sie alles, was im Kopf ist. Das klärt und adelt diesen Kopf, macht einen schlanken Fuß und verbessert den Schlaf.

Anmerkung der Redaktion: Das jüngste Buch des Autors wurde im kunstsinnigen Haus der ÖBV (CEO: Johann Hauf) mit einer Textlesung von Heinz Marecek, einem Kabarett-Special von Bernhard Ludwig und einer Laudatio des Bundeskanzlers präsentiert und ist jetzt im Buchhandel erhältlich. Es heißt „GOOD NEWS“. Untertitel: „69 Schluckimpfungen gegen Schwarzmaler, Jammerer und andere Bazillen“. Verlag: Edition va bene. Cover-Design: Erich Schillinger. Cover-Bild: Gerhard Haderer. Vorwort: Christian Rainer.

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