Druckreif: Fotodrucker im Test

Die neueste Generation der Fotodrucker kommt schon fast an die Qualität von Fotolabors heran. e!trend hat die aktuellen Modelle getestet und festgestellt, dass Zusatztinten und hohe Auflösung aber keine Garantie für gute Bilder sind.

Er ist der Traum jedes Hobbyfotografen: 24 Bilder in 144 Sekunden, und das in einwandfreier Qualität. Der Frontier-Laserbelichter von Fujifilm schafft das. Allerdings steht dieses Wunderding nicht zu Hause herum, sondern ausschließlich bei professionellen Ausarbeitungslabors wie etwa beim Wiener Unternehmen Cyberlab. 1700 Bilder pro Stunde belichtet der moderne Vergrößerungsapparat – das Entfernen des Rote-Augen-Effekts inklusive. Doch diese Leistung hat ihren Preis: Die Maschine kostet um die 140.000 Euro.

Daneben nimmt sich der für das Einsteigersegment entwickelte und um rund 99 Euro spottbillige A4-Fotodrucker Photosmart 8050 von HP recht schmächtig aus. Dennoch: Beim Vergleich von ausgearbeiteten Fotos der beiden Geräte ist Peter Kurz, Geschäftsführer von Cyberlab, vom hohen Niveau des Tintendruckers positiv überrascht: „Es ist verblüffend, wie gut so ein Drucker für den Heimgebrauch heute schon arbeitet.“

Tatsächlich sind die Bilder, die auf Foto-Tintenstrahlern von Canon, Epson & Co gedruckt werden, für den Laien oft nicht mehr von professionell entwickelten Bildern zu unterscheiden. Mithilfe von sieben, acht oder neun Tinten wird nun bei den neuesten Modellen versucht, die Qualität sogar nochmals zu steigern. So sollen Extrafarben wie helles Cyan und helles Magenta für die Farbechtheit von Hauttönen sorgen; das „Photo-Grau“ von HP (zwei Grau und ein Schwarz) hat die Aufgabe, in dunklen Bereichen mehr Details als bisher sichtbar zu machen. Und Extra-Grün und -Rot sollen die Farben der Natur leuchtender und wirkungsvoller darstellen, als wenn sie aus den Grundfarben gemischt werden.

Allerdings: Diese Fotodrucker sind etwa doppelt so teuer als das aktuelle Modell mit sechs Tinten. Doch bededeutet ein Mehr an Tinten auch tatsächlich ein Mehr an Qualität? Und ist die stetig steigende Auflösung der Drucker ein sinnvolles Entscheidungskriterium für den Kauf?

Fragen, denen e!trend im Rahmen eines ausgiebigen Tests der wichtigsten aktuellen Fotodrucker nachging: Vier Sechstintendrucker und drei Drucker mit bis zu neun Farben traten gegeneinander an. Als Referenzbild diente ein Testsujet von Fujifilm (siehe Seite 188). Dieses wartet mit Hauttönen, schwierigen Farbverläufen sowie einem gesättigten blauen Himmel auf. Letzterer ist schwer zu drucken, ohne dabei ins Violette abzugleiten.

Die Bilder wurden von den Cyberlab-Experten Peter Kurz und Gregor Sochor eingehend studiert und mit dem Ergebnis des Profidruckers verglichen. Testsieger, um es gleich hier zu verraten, wurde der Epson Stylus Photo R340 mit einer besonders natürlichen Farbwiedergabe. Die Testergebnisse (siehe Seite 190 und 192) lassen aber auch ganz allgemein sehr interessante Schlüsse zu.

• Unnatürliche Farben. Fotodrucker drucken dank spezieller Voreinstellungen ein Bild nicht unbedingt so aus, wie es gespeichert ist, sondern eher so, wie es der Kunde lieber sehen will. So wird vor allem die Farbe Rot bei Inkjet-Ausdrucken immer leuchtender als in der Realität dargestellt. Doch nicht nur der Drucker ist für die Farbe verantwortlich, auch die Wahl des Papiers. Kurz: „Die Grundfarbe des Canon-Papiers ist wärmer als beispielsweise jene von HP-Papier.“

• Vier Tinten reichen. Im Test zeigt sich, dass Drucker mit acht Tinten oder mehr durchaus gute Qualität zu Papier bringen, der Epson-Drucker auf dem ersten Platz ist allerdings ein Sechsfarbdrucker. Auch beim HP8050 kann durchaus ohne für den Laien ersichtlichen Qualitätsverlust die Vierfarb- anstelle der Sechsfarbvariante genommen werden. Kurz: „Vielleicht kann so ja Farbe gespart werden.“

• Tropfen statt Tröpfchen. Immer exaktere Düsen bringen immer kleinere Tröpfchen zu Papier, die für eine steigende Qualität beim Druck sorgen sollen. Die Tröpfchengröße ist mittlerweile bei einem Picoliter angelangt, doch ist der Unterschied auch zu sehen? Hier zeigen die Testausdrucke, dass der Drucker mit den kleinsten Farbtupfern nicht das beste Ergebnis liefert. Die Tröpfchengröße – so wichtig sie sein mag – ist neben der Ansteuerung der Düsen, der Tintenzusammensetzung sowie der Papierqualität letztlich nur einer unter mehreren qualitätsbestimmenden Faktoren.

• Wahl der Tinte. Die wohl wichtigste Rolle in Bezug auf die Qualität des Ausdrucks spielt die Tinte. Gerne wird Tinte mit Farbpigmenten als das Nonplusultra für den Heimgebrauch bezeichnet. Im Test kann der einzige Drucker, der damit arbeitet, der Epson R800, hingegen nicht überzeugen. Die bei den anderen Druckern eingesetzte Dye-Tinte ist wesentlich brillanter, wenn auch angeblich weniger lichtbeständig. Pigmentierte Tinte wirkt hingegen recht matt, weswegen der R800 auch einen Glanzüberzug über das Bild drucken muss. Die haltbarere Pigmenttinte spielt vor allem im kommerziellen Bereich eine Rolle, wo Ausdrucke für den Außeneinsatz geeignet sein müssen.

Marketinggag Auflösung. Die Druckauflösung ist nach wie vor jene Spezifikation, die den Kaufentscheid am meisten beeinflusst. Hier verhält es sich ähnlich wie bei den Megahertz der Mikroprozessoren, wo es mittlerweile viel mehr auf die Architektur des Prozessors ankommt. So ist auch die Auflösung bei der aktuellen Generation der Fotodrucker ab einer Mindestauflösung von 4800 mal 1200 Pixeln eher ein Marketinginstrument als ein grundlegendes Unterscheidungsmerkmal in Sachen Qualität, wie der Test zeigt.

Natürlich spielen bei der Kaufentscheidung neben der Qualität auch Ausstattungsmerkmale wie Display, Kartenslots, Software oder auch Geschwindigkeit und Design eine Rolle. In diesem Test wurde allerdings ausschließlich die Druckqualität getestet.

Und die kann sich insgesamt wirklich sehen lassen. „Die Möglichkeiten für die Konsumenten sind mit den neuen Fotodruckern dramatisch gestiegen“, resümiert Cyberlab-Experte Kurz: „Wer sich ein bisschen schlau macht und sich nicht nur auf die vorgegebenen automatischen Einstellungen verlässt, kann recht schnell zu einem sehr guten Ergebnis kommen.“

von Klaus Lorbeer

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