Die Bonanza Boys

Von Freunden werden sie Hoss und Little Joe genannt. Ende November galoppieren die umtriebigen Brüder Hanno und Erwin Soravia mit der Spielstadt Minopolis in ihr nächstes Abenteuer. Doch wie in der legendären Westernserie ist auch auf der Soravia-Ranch so mancher Ausritt mit Spannung und Gefahr verbunden.

Zwei Alphatiere Montag morgens um acht. Der eine hat gerade seine Kinder zur Schule chauffiert, der andere gähnt und kann es nicht fassen, dass ein Journalist sich derart früh überhaupt auf den Beinen halten kann. Schauplatz: die noble Zentrale der Soravia-Firmengruppe im dritten Wiener Bezirk, einst Villa von Wilhelm Miklas, dem letzten Bundespräsidenten in der Zwischenkriegszeit.

Der eine, Erwin Soravia, 38, ist vorsichtig. „Nein, wir haben in Osteuropa nie geschmiert“, sagt er, was über das Ostgeschäft der Soravia-Gruppe einfach gesagt werden muss. Zweifelndes Runzeln auf der Stirn des Fragestellers, und schon prescht der andere, Erwins sieben Jahre älterer Bruder Hanno, dazwischen: „Aber natürlich laden wir zum Essen ein, und wenn wir mit einem Russen in Wien ins Dorotheum gehen, am Soravia-Wing bei der Albertina vorbei, und ihn im Hilton einquartieren, dann sind die allesamt beeindruckt.“

Was dieser Wien-Besucher aus dem Osten so en passant zugeflüstert bekommt: Das neu renovierte Hilton am Stadtpark gehört – den Soravias. Das von Architekt Hans Hollein entworfene 53 Meter lange Aluminium-Flugdach bei der Albertina trägt den Namen der Sponsoren – den der Soravias. Und das altehrwürdige Auktionshaus Dorotheum ist, der Russe ahnt es schon, zu 30 Prozent in Soravia-Händen.

Willkommen im Soravia-Reich, in dem es für jeden etwas zu entdecken gibt: Internetauktionen, Bürostädte, Edelhotels mit Jazzclubs. Mit dem Shopping Palace im nahen Bratislava haben die beiden Sprosse der Kärntner Baudynastie Soravia vor Kurzem sogar ein kolossales Einkaufszentrum geschaffen, wie es nach ihren Vorstellungen noch viele, viele weitere zwischen Skopje und Moskau geben soll.

Nicht zu reden von den sonstigen Aktivitäten: Kaum taucht ein schlagzeilenträchtiger Industriedeal auf, vom Dorotheum über die Porzellanmanufaktur Augarten bis zum bevorstehenden Verkauf der steirischen VA Tech Hydro durch Siemens, sind die Soravias mit von der Partie.

Und jetzt kommen auch noch die Kinder dran: In der Spielstadt Minopolis im Cineplexx-Kino an der Wiener Reichsbrücke kann ab 25. November in 25 Themenstationen die Welt der Erwachsenen spielerisch erforscht werden. Im Ölzeug das verstopfte Kanalnetz reinigen, eine penible Popcorn-Qualitätskontrolle durchführen oder endlich einmal einen Einsatz als Feuerwehrmann – die Wünsche von Kindern haben die beiden Brüder an ihren eigenen, je drei Stück, genau studiert. Jene der Eltern sowieso: Vater und Mutter dürfen währenddessen einkaufen gehen oder auch einmal eine Wien-Rundfahrt machen.

Mit Minopolis, das im Projektstadium „Kids’ Town“ hieß, fügen sie ihrer Firmenkrone einen neuen Stein hinzu (siehe Organigramm auf Seite 84). 175 Millionen Euro Umsatz, rechnen sie vor, gehören mittlerweile zur Soravia-Gruppe, und 1250 Mitarbeiter. „Davon 110 Leute in der Holding, allesamt Alphatiere“, wie Erwin recht vollmundig erklärt, unterstrichen von Hannos wohlgefälligem sonorem Brummen.

In Auftreten und Aussehen könnten sie kaum unterschiedlicher sein – als Unternehmer scheinen sie einander perfekt zu ergänzen. Eva Dichand, Frau von Erwins Boxpartner, „Krone“-Chefredakteur Christoph Dichand, verrät, dass familienintern von Erwin und Hanno oft als

Little Joe und Hoss Cartwright aus der US-Fernsehserie „Bonanza“ die Rede ist – der eine ist darin „spirit“, der andere „heart“ der Ponderosa-Ranch. „Erwin ist mehr der Zahlenmensch, allerdings mit teils ausschweifenden Ideen und Plänen“, urteilt sie. „Hanno ist der Bodenständigere, ein sehr umgänglicher und herzlicher Netzwerker sowie Rotweinkenner.“

Aber ist auch alles, was da so funkelt, ebenso glänzend abgewickelt? Wird alles, was das ungleiche Brüderpaar angreift, zu Gold?

Ungleiche Partner. Nach rasanten Jahren müssen die beiden Cowboys erstmals Durststrecken auf ihrer wilden Jagd nach erfolgreichen Deals durchleben. Das gilt etwa für TownTown, eine Bürostadt in Wien-Erdberg. Vor vier Jahren präsentiert, sollte der Komplex mit 130.000 Quadratmeter Nutzfläche und einem geplanten Gesamtinvestment von 220 Millionen Euro sogar den Millennium-Tower in den Schatten stellen. Allein, viel ist am Erdberger Mais noch immer nicht zu sehen, keine Spur vom „Stadtteil mit insgesamt 21 Objekten“, wie 2001 hinausposaunt.

Hauptgrund ist der jahrelange Zoff mit dem Hälftepartner Wiener Stadtwerke. Als die notwendige Überplattung der U3 teurer als geplant kam und überdies die Nachfrage ausblieb, tauchten in der Stadtwerke-Beteiligungstochter BMG plötzlich Zweifel über die Finanzierbarkeit des Vorhabens auf. Ein „Wechselspiel der Gefühle“, gesteht BMG-Chef Christian Fertinger ein. „Vertraglich war vorgesehen, dass die Verwertung schwerpunktmäßig Soravias übernehmen. Wenn die Verwertung aber schwach ist, ist natürlich auch der Mittelrückfluss schwach. Und die Soravias müssen das ja auch vorfinanzieren.“

„Mit TownTown sind wir zu früh auf den Markt gegangen, da waren die großen Türme auf der Platte ja gerade einmal fertig“, räumt Erwin Soravia ein. Er betont aber, dass das Eigenkapital fast ausschließlich von der Soravia-Seite gekommen sei – und schiebt den schwarzen Peter den Stadtwerken zu. Durch deren Geschäftsführerwechsel nach dem Abgang von General Karl Skyba Ende 2002 sei „das Ganze ein Jahr gestanden“. In der Zwischenzeit sprangen Großmieter ab. Der Kreditschutzverband (KSV) hatte bereits angedockt – und ließ das Geschäft platzen, weil TownTown bestimmte Sicherheiten nicht geben konnte. Daraufhin quartierten sich die Kreditschützer auf 6500 Quadratmetern im Euro Plaza am Wienerberg ein.

Gewagtes Konzept. TownTown setzt auf den Slogan „Design your own company building“ – erst wenn der Mieter fixiert ist, wird nach dessen Vorstellungen gebaut. Ein zu ambitioniertes Konzept, wie sich jetzt herausstellt. „Als Marketingkonzept ist das okay, aber die eigentlich harte Arbeit beginnt erst, wenn der Kunde einmal interessiert ist. Das haben die Soravias unterschätzt“, meint Michael Kraus, seit Kurzem TownTown-Co-Geschäftsführer.

Immerhin scheint mit seinem Einzug in die Chefetage das Vertrauen wiederhergestellt zu sein. Mit den Hochbauten wird nun endlich begonnen. Einer der Mieter: die Soravia-Gruppe, die 2006 auf 3000 Quadratmeter nach TownTown zieht, weil die Miklas-Villa zu eng wird, wie Hanno erklärt. Fix ist weiters, dass die Magistratsabteilung 15 (MA 15), der Wiener Krankenanstaltenverbund und andere Beteiligungen aus dem Wiener Gesundheitsressort über 20.000 Quadratmeter in Beschlag nehmen werden.

Den Eindruck, dass die Eigentümer sich selbst zu Hilfe kommen, weil am freien Markt keine Kunden zu gewinnen seien, lässt Kraus aber auch für den städtischen Part nicht gelten: „Es war ja nicht so, dass die Soravias zu ihrem Duzfreund, dem Bürgermeister, gegangen sind und gesagt haben: ‚Du, Michael, wir brauchen ein paar tausend Beamte.‘“ Optimierungsbedarf der Stadt im Immobilienbereich – das sei der wahre Hintergrund.

Networking à la Soravia. Mit Michael Häupl über TownTown gesprochen haben die Brüder dennoch mit Sicherheit. Denn ihre Netzwerker-Fähigkeiten sind unbestritten. Beim alljährlichen „Soravia-Kirchtag“ kommt vom Pfarrer im Kärntner Seeboden bis zu Generali-Chef Karl Stoss ein ganzes Universum zusammen. Wahlkämpfer Häupl ließ es sich selbst dieses Jahr nicht nehmen, kurz vorbeizuschauen. Offen sind die Soravias dabei nach allen Seiten: Vergangenes Jahr war auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache da.

Ferry Maier, Nationalratsabgeordneter der ÖVP und Generalsekretär des Raiffeisenverbandes, fällt deshalb sofort „begnadete Netzwerker“ ein, wenn er „Soravia“ hört. Maier wird im Dezember in den einflussreichen Beirat der Soravia-Gruppe einziehen. Auch Industriellen-Präsident Veit Sorger, Wienerberger-Vorstand Heimo Scheuch sowie Generali-Immobilien-Vorstand Klaus Edelhauser nehmen in diesem Gremium Soravia-Projekte unter die Lupe. Vorsitzender ist Vater Erwin Soravia, einst Chef des Baukonzerns Bauholding-Strabag, der ein „sehr wichtiges Korrektiv“ in der Gruppe darstellt (Maier).

Denn nicht immer leuchtet Geschäftspartnern und Kreditgebern die Denk- und Handlungsweise der Soravia-Söhne sofort ein. Der Vater, der mit dem Verkauf seiner Bauholding-Anteile ein ansehnliches Vermögen gemacht hat, wird da als potenzielle Sicherheit betrachtet. Engagiert sich Soravia senior – in der Bonanza-Welt wäre er wohl der harte, aber gerechte Patriarch Ben Cartwright – mit eigenem Geld, verlangt er Einblick ins kleinste Detail. „Er sagt immer, dass er gegen Haftung mitarbeiten darf“, relativiert Hanno mit einem breiten Lachen und setzt todernst hinzu: „Natürlich ist er mit der Verzinsung zufrieden.“

Hilton-Hälften. Der zuweilen ungestüme Stil der Bonanza-Brüder soll zu einer leichten Trübung im Verhältnis mit der Verlegerfamilie Dichand mit beigetragen haben. 2001 hatten die beiden Familien das Wiener Hilton von der maroden Swissair gekauft. Nach der aufwändigen Renovierung machte sich Hanno auf die Suche nach einem Immo-Fonds, der das zu 80 Prozent an die Hilton-Gruppe vermietete Luxushotel abnehmen würde. Aber keiner wollte die 175 Millionen Euro zahlen, die dem Bauherrn dafür vorschwebten. „Ein Hotel verkauft man nicht im ersten, sondern im vierten Jahr“, hat er inzwischen gelernt und den Exit nach hinten verschoben (zur Zukunft des im Hilton beheimateten Jazzclubs „Birdland“ siehe Kasten „Kommt ein Vogel“ auf Seite 82).

Letztlich mussten die Soravias vergangenen Sommer den Dichands ihre Hälfte abkaufen. „Sie wollten das Hilton länger behalten, es war aber unsere Entscheidung, früher auszusteigen“, sagt Eva Dichand, die im Aufsichtsrat des Projekts saß. Aber nein, ein Zerwürfnis hat es nicht gegeben, beteuert die Geschäftsführerin der U-Bahn-Gratispostille „Heute“.

TV total. Eines ist aber klar: Gemeinsame Medienprojekte mit den Dichands wird es wohl auch in Zukunft nicht geben. Denn der einzige Rundumreinfall im Soravia-Imperium betrifft ausgerechnet den Fernsehbereich. Er fällt ins Ressort des älteren Bruders, der den offensiveren Zug zur Öffentlichkeit hat und 2001 auch schon einmal über eine börsenotierte Soravia AG fantasierte – für Bauträger exotisch.

Zuerst ging Soravia im Rennen um die 2002 vergebene terrestrische Privatfernsehfrequenz leer aus. Dann gingen auch die Auslandsexperimente schief: Der Stadtsender tv.münchen, an dem die Soravia-Beteiligung Kanal 1 knapp 40 Prozent hielt, ging im April 2005 Pleite. Auch aus dem erfolglosen Schweizer Privatsender U1 hat sich Soravia nach eigenen Angaben zurückgezogen. „Unsere Beiräte haben mir ja schon zu Beginn von Deutschland abgeraten. Ich habe meine Sünden abgebüßt“, gesteht er reuevoll.

Die Berlusconi’sche Verbindung von Bau und TV reizt aber noch immer – wenn auch in Osteuropa. Die Übernahme des kroatischen Senders Nova TV scheiterte 2004 laut Hanno am Njet von Soravia senior, Sorger & Co. In Zukunft strebe man aber weiterhin Beteiligungen im Fernseh- und Radiobereich an, und zwar „in jenen Ländern, in denen wir tätig sind“ (Erwin).

Dabei passt das Kapitel Fernsehen nicht in das Schema der Soravias: In erster Linie wollen sie nämlich in guter Kapitalistenart Geld verdienen, und das tun sie in der Regel auch. Ohne Berührungsängste: Hanno etwa ist mit 25 Prozent an der FMSW Hotelbetriebs GmbH beteiligt – einem Asylantenheim in Wien-Favoriten. „Das ist ein Riesengeschäft“, stellt er fest.

Auch Minopolis, die Stadt der Kinder, soll von Beginn an profitabel arbeiten.

Das Investment von acht Millionen Euro wollen die Brüder nach drei Jahren zurückverdient haben – mit Sponsoren, stolzen Eintrittspreisen – elf Euro, am Wochenende sieben Euro – und Mieten aus Events. So richtig ans Geldscheffeln geht es aber erst, wenn sich das Konzept bewährt hat – und exportiert wird.

„Ein Projekt wie Minopolis war längst überfällig“, urteilt Kelly’s-Geschäftsführer Wolfgang Hötschl, einer der Sponsoren. Kompromissloser Mut zum Neuen sei eine der großen Soravia-Tugenden, meint Hötschl, der begeistert hinzufügt: „Den Erwin Soravia habe ich als Mensch mit einer blitzschnellen Auffassungsgabe kennen gelernt, der zuhören kann und ungeheuer sympathisch ist.“

Kreative Kapitalisten. Auch TownTown-Boss Kraus lobt: „Leuten wie den Soravias sollte man eher danken als sich über ihr Kapitalistentum beschweren. Beide treffen mutige Entscheidungen, während andere noch fünfmal nachdenken. Das sieht man etwa am Shoppingcenter in Bratislava – so etwas hätten nur sie bauen können.“

Ihren Rendite-Riecher beweisen die Brüder ganz besonders in Osteuropa. Längst bewegen sie sich nicht mehr allein in den Boommärkten wie der Slowakei oder Rumänien, sondern starten Projekte in Mazedonien und Montenegro, aber auch schon in der Ukraine und Moskau. Vorhut ist dabei die Riesenplakattochter Megaboard. „Mit der Megaboard erkunden wir seit drei Jahren Russland. Inzwischen zahlen wir nichts mehr ein“, lacht Erwin. Das Bauträgergeschäft wird nachgezogen, und irgendwann schreibt man vielleicht auch Minopolis in kyrillischen Buchstaben.

Noch nicht abgehoben hat hingegen bisher die Ost-Beteiligungsfirma Wing Equity, die schon vor einem Jahr gestartet ist, aber noch immer keinen Deal gelandet hat. Der Fokus auf Industriebetriebe aus dem Nahrungsmittelsektor scheint schwierig zu sein. Denn längst sind dort die großen Multis wie Coca-Cola unterwegs. „Mit der Idee sind sie zehn Jahre zu spät dran“, findet Hermann Wieser, als Chef des Austrian Agriculture Cluster (AAC) viel am Balkan unterwegs. Mit 50 Millionen Euro Eigenkapital hätte Wing Equity eben nur ein Zehntel der russischen Mitbewerber zur Verfügung, relativiert Erwin Soravia. Er verspricht die ersten Deals – je einen Eis-, Wasser- und Fruchtsafterzeuger aus Bulgarien – für November.

Bankenvielfalt. Das Vertrauen der Banken in das Brüderpaar, wegen deren extrem dünner Eigenkapitaldecke lange problematisch, ist angesichts der letzten Bauerfolge dennoch gewachsen – die Geldgeber betätigen sich immerhin selbst als Käufer. Karl Derfler, Chef der BA-CA-Tochter Real Invest, die das von seinem Haus finanzierte Bratislava-Einkaufszentrum gekauft hat, zieht seinen Hut: „In welcher Geschwindigkeit sie das Shopping Palace aufgestellt haben, war toll.“ Auch beim Hilton (Finanzier: Raiffeisen Zentralbank) erwarb nun Raiffeisen International die neuen Büros auf dem Areal.

Ihre Eier legen die Soravias dabei nie in einen Korb: So kommt bei Minopolis die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) zum Zug. Um die TownTown-Ausbaufinanzierung ritterten zuletzt BA-CA und die RLB Wien-Niederösterreich. Der Dorotheum-Kauf wurde von der Erste Bank finanziert. Im Baubereich sucht man die Äquidistanz zwischen Porr und Strabag.

Wie aber hält man ein so weit verzweigtes Reich zusammen? Indem man sich eine exzellente zweite Mannschaft aufbaut. Der Bulgare Tchavdar Stefanov etwa ist zum Geschäftsführer des gesamten Bauträgerbereichs aufgestiegen – und platzt auch zwischendurch schon einmal in Hannos Büro, um sich eine Zigarre zu schnorren. Im Beteiligungsbereich schwört Erwin auf Martin Ohneberg und Ex-McDonald’s-Chef Christian Wimmer, beide übrigens – ebenso wie BA-CA-Real-Invest-Mann Derfler – Mitglieder im Rotary-Club Wien-Graben. „Soravias können sich auf ihre Unternehmerfunktion zurückziehen, weil sie solide Abwickler unter sich haben“, meint Michael Kraus.

Ausruhen werden sie sich darauf aber ohnehin nicht. Für ihre wohl erfolgreichste Akquisition, das Dorotheum, planen sie nach der größten ungarischen Juwelierkette vor einem Jahr demnächst „ein, zwei weitere Zukäufe“ (Erwin). Im Gegensatz zum Hilton werden sie beim „Pfandl“, das zuletzt über 110 Millionen Euro umsetzte, auch mit den Dichands liiert bleiben. „Anteile am Dorotheum würden wir nicht verkaufen“, versichert Eva Dichand.

Einzig die Expansion der Dorotheum-Schwester OneTwoSold will nicht gelingen – die Online-Auktionsplattform wird wohl bleiben, was sie ist: ein lokaler Herausforderer des Giganten eBay. „Derzeit fällt die Entscheidung nicht schwer, wo wir investieren, wenn wir investieren wollen“, bekennt Erwin Soravia. „Nämlich ins Dorotheum.“ Ein logischer Schritt nach einem wilden Ritt zwischen Old und New Economy.

Und wie sehen sich die Soravias selbst – als flotte Dealmaker oder doch als nachhaltige Unternehmer? „Wir sind echte, klassische Unternehmer“, beteuert der jüngere Bruder und erntet einen zustimmenden Blick des älteren. „Am liebsten hätten wir 20 gut gehende Beteiligungen.“ Eine Nachdenkpause später bricht aber die Lust am Coup schon wieder durch. Es mache vom Aufwand her keinen Unterschied, ob man sich für eine Porzellanmanufaktur oder einen großen Industriebetrieb anstelle, sagt Erwin: „Nur ist bei Zweiterem der Verdiensthebel viel, viel größer. Und das ist das eigentlich Geile daran.“

Von Bernhard Ecker

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