Die 50 besten Aktien

Die Börsen boomen – kein Tag vergeht, an dem nicht neue Höchststände gefeiert werden. Pumpt sich da abermals eine spekulative Blase auf? Oder stehen wir wieder am Beginn einer jahrelangen Hausse? trend geht diesen Fragen auf den Grund – und stellt Ihnen 50 Aktien vor, die selbst nach den fulminanten Kursanstiegen erfreuliche Renditen liefern.

Das Eis knistert. Nicht jenes auf den derzeit von Eisläufern bevölkerten österreichischen Badeseen, sondern jenes, auf das sich Anleger seit rund einem halben Jahr in immer größerem Ausmaß gewagt haben.

  • Die USA haben sich im Irak auf ein Kriegsabenteuer mit unsicherem Ausgang eingelassen. Doch der Dow-Jones-Index legte im zweiten Halbjahr 2003 rund 16 Prozent zu.
  • Europas Industrie leidet unter einer historischen Dollar-Schwäche, die den Exporteuren das Leben auf den Weltmärkten gegen Amerikaner und Asiaten ganz schön schwer macht. Doch der Euro-Stoxx-Aktienindex legte um 17 Prozent zu.
  • Japan sieht sich erstmals in seiner neueren Industriegeschichte mit Arbeitslosigkeit konfrontiert, überdies brach Ende des vergangenen Jahres auch noch eine große Regionalbank zusammen. Deren Aktionäre erlitten einen Totalverlust. Doch der japanische Nikkei-Index legte um 15 Prozent zu.

Warum kaufen die Anleger plötzlich wie verrückt Aktien, wenn doch das Umfeld offenbar nur eines signalisiert: Gefahr! „2003 sind die Anleger mit festverzinslichen Wertpapieren noch recht gut gefahren. Für 2004 lassen die positiven Aussichten für die Weltwirtschaft und die Unternehmen allerdings erwarten, dass Aktienanleger besser abschneiden werden“, schließt sich auch der Profi John Ross, in London ansässiger Senior Portfolio Strategist des weltgrößten Fondsanbieters Fidelity, dem allgemeinen Optimismus an.

Gewinne steigen. Die plötzliche Euphorie hat einen durchaus nüchternen Hintergrund. Wirtschaftswissenschaftler und Analysten rechnen mit einer Aufhellung der Konjunktur. Das bedeutet zwar einerseits Alarm für Anleihen. Freundlichere Wirtschaftsaussichten machen zumindest weitere Zinssenkungen (und damit Kursgewinne bei Anleihen) immer unwahrscheinlicher; in absehbarer Zeit werden die Zinsen eher wieder steigen. Es bedeutet andererseits aber auch, dass die Gewinne der Unternehmen endlich wieder steigen und sich damit die derzeit gar nicht so billigen Aktien wieder in Richtung günstigerer Kurs-Gewinn-Verhältnisse bewegen.

Selbst vorsichtige Ökonomen wie Karl Kramer, Chef des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo), blicken der Zukunft überwiegend optimistisch entgegen. „Die Umfragen zeigen, dass sich das Wirtschaftsklima aufgehellt hat. Die Verbesserung der Stimmung ist darauf zurückzuführen, dass Ersatzbedarf bei den Investitionen besteht und heuer Anschaffungen vorgenommen werden, die schon lange aufgeschoben wurden.“

Außerdem hat die Industrie seit Beginn der Krise im Jahr 2000 laufend Kapazitäten abgebaut. Dieser Schrumpfungsprozess dürfte jetzt aber beendet sein. Die USA werden ihrer Rolle als Lokomotive der Weltwirtschaft wieder gerecht.

Der Grund: Heuer steht US-Präsident George W. Bush zur Wiederwahl an. Nur wenn es ihm gelingt, sich seinen Landsleuten als erfolgreicher Wirtschaftspolitiker zu präsentieren, darf er im Weißen Haus verbleiben. Gehen hingegen die US-Aktien den Bach hinunter, dann geht mit einiger Wahrscheinlichkeit auch Bush.

So ist auch die Steuerreform zu verstehen, die amerikanischen Anlegern vergangenes Jahr – mit Wirksamkeit bis etwa Mitte 2004 – mehr Geld im Säckel ließ und Dividendenausschüttungen begünstigt. In Zusammenwirkung mit den niedrigen Zinsen führte diese Reform einerseits zu einer Belebung des privaten Konsums, andererseits auch zu einer Verbesserung bei den Aktienerträgen. Zumindest heuer noch sollte sich dies positiv auswirken.

Gefahr für Anleihen. Kaum ein Analyst bestreitet die Bedeutung der US-Vorgaben für den Rest der Welt. „Nach Einschätzung vieler europäischer Wirtschaftsforschungsinstitute wird die Konjunktur im Euroland im Sog der US-Wirtschaft 2004 deutlich an Fahrt gewinnen“, meint die deutsche Fondsgesellschaft Activest in einer Analyse der Zukunft der Finanzmärkte. Eindeutig „mehr Chancen als Risken“ sieht auch Elisabeth Staudner, Geschäftsführerin der Constantia Kapitalanlagegesellschaft. Der Glaube an die globale wirtschaftliche Erholung habe sich „deutlich verfestigt“.

Klar sind daher für die Raiffeisen Zentralbank die erfolgversprechenden Strategien für 2004: „Aktien übergewichten“, lautet die Devise. „Das Kapitalmarktumfeld spricht eindeutig für steigende Aktien- und fallende Rentenkurse“, meint RZB-Chefanalyst Peter Brezinschek. Wie für viele Analysten, so sind auch für Brezinschek die Investitionen der treibende Motor. Diese würden wieder das Niveau von 2000 übersteigen: „Investitionen sind die große Wachstumsstory für heuer.“ Brezinschek rechnet überdies „noch 2004“ mit einer Trendwende bei den Zinsen. Von der Gefahr einer Deflation (sinkende Preise – was regelmäßig zu einem Käuferstreik und einem Schrumpfen der Wirtschaft führt) sei keine Rede mehr, und die Rezession scheint überwunden.

Überwiegend positiv lauten auch die Vorhersagen der Banken für 2004: Noch zu Jahresbeginn prognostizierte etwa die Volksbank Investmentbank dem Dow-Jones-Index ein Jahresplus von 8,5 Prozent. Etwas günstiger – nämlich plus 9,6 Prozent – lauteten die Einschätzungen für den japanischen Aktienmarkt, und der EuroStoxx-50-Index würde demnach sogar 15,6 Prozent gewinnen. Mit 9,4 Prozent plus schneidet Wien nach Meinung der Analysten immerhin fast so gut ab wie Japan – und das nach einem fulminanten Jahr 2003. Die beiden Jännerwochen ließen freilich manche Marktbeobachter nachdenklich werden – der Anstieg verlief einfach zu rapide, eine Korrektur liegt in der Luft.

Doch selbst die stets zurückhaltende „Neue Zürcher Zeitung“ serviert ihren Lesern ausnahmsweise leicht Verdauliches. Ihre zum Jahreswechsel erschienene Anlageprognose trägt den viel sagenden Titel „Sich an den Aufschwung gewöhnen“. Angesichts dreier magerer Jahre und freundlicherer Aussichten für 2004 greifen sogar die sonst eher mäßig unterhaltsamen Redaktoren dieser „Kirchenzeitung des Kapitalismus“ zu geradezu poetischen Metaphern. Beziehungsvolles Zitat aus dem Text: „Die Nacht ist am dunkelsten, kurz bevor der Morgen graut.“

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

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