Das Airbnb der Hochzeitsfotografen

Das Airbnb der Hochzeitsfotografen

Das Team hinter der Plattform: Bernhard Fichtenbauer (34), Svenja Bamberger (30) und Roland Bamberger (30).

Durch die Liberalisierung des Fotogewerbes kann nun jedermann als Fotograf arbeiten, mehr als 7000 Berufsfotografen gibt es inzwischen in Österreich. Eine Plattform will Hochzeitspaaren helfen, bei der Wahl ihres Fotografen die Spreu vom Weizen zu trennen.

Durch die Liberalisierung des Fotogewerbes ist keine formelle Ausbildung mehr nötig, um professionell als Fotograf zu arbeiten. Jeder, der sich eine Digitalkamera kauft und anschließend zahlende Kunden an Land zieht, kann diesem Gewerbe nun nachgehen - die Bandbreite reicht dabei von Laienbildern in miserabler Qualität bis zu Autodidakten, die Absolventen von Fotoschulen in nichts nachstehen. Mehr als 7000 Berufsfotografen soll es hierzulande inzwischen geben - Tendenz steigend.

Elementar wird die Wahl des richtigen Fotografen vor allem an jenem Tag, den viele Menschen als den wichtigsten ihres Lebens ansehen: Der Hochzeit. Die Oberösterreicher Bernhard Fichtenbauer (34), Svenja Bamberger (30) und Roland Bamberger (30) haben daher in den vergangenen vier Monaten die Plattform www.hochzeits-fotograf.info auf die Beine gestellt, auf der Hochzeitspaare einen Fotografen suchen können. Zum Start sind 333 Fotografen auf der Plattform registriert, die mit 1400 Bildern um die Gunst ihrer potenziellen Kunden buhlen. Bis Jahresende will Fichtenbauer das Angebot auf rund 600 Fotografen ausbauen.

Neueinsteiger oft besser als Profi-Studios

Vereinfacht wird die Suche nach einem Fotografen durch Bewertungen und Kommentare - so wie man es von erfolgreichen Playern der sogenannten "Shareconomy", etwa Uber oder Airbnb, bereits kennt. Schlechte Nachrichten hat dabei Fichtenbauer für die eifrigen Verfechter des geschützten Gewerbes: "Besonders interessant ist, dass junge Nachwuchsfotografen und Neueinsteiger oftmals in der Beliebtheit vor etablierten Fotostudios liegen,“ sagt der Gründer der Plattform.

In einer Umfrage unter 50 Hochzeitsfotografen wurden die Durchschnittskosten für die Buchung eines Fotografen ermittelt: 4 Stunden zu 776 Euro, 8 Stunden zu 1.500 Euro, 12 Stunden zu 1.936 Euro. Die Verlängerungsstunde wird im Schnitt um 140 Euro angeboten.

Storytelling zum Hochzeitstag

Geht es um die stilistischen Trends der Hochzeitsfotos, so werden starre Portreitfotos laut Fichtenbauer immer seltener nachgefragt: "Viel wichtiger ist es, dass der Fotograf das Brautpaar während des Hochzeitstages begleitet und mit der Bildserie auch eine Geschichte zur Hochzeit erzählt", sagt er: "Dazu gehören auch ein Pre- und After-Wedding-Shooting, bei denen das Brautpaar in einem größeren Zeitabstand vor und nach der Hochzeit abgelichtet wird." Der Preis steht bei der Auswahl weniger im Vordergrund - viel wichtiger sind laut Feichtinger Qualität, Originalität und der persönliche Stil des Fotografen.

Die 10 besten Fotos hat das Redaktionsteam der Plattform in einem Ranking zusammengefasst (unter diesem Link) - die Bandbreite reicht vom stilvollen Schwarzweiß vor einer kleinen Kirche über eine Waldwanderung im Brautkleid bis zum spektakulären Unterwasser-Shooting.

Mehr zum Thema Fotografie:

Leben für den Augenblick - das harte Geschäft der Fotografie

Werbung, Marketing & PR

Olympia hat weniger Marketing-Potenzial als die Fußball-EM

Werbung, Marketing & PR

So integrieren Sie "Pokemon Go" in Ihr Marketing-Konzept

Werbung, Marketing & PR

Eva Dichand und Tamedia wollen mit heute.at binnen drei Jahren orf.at überholen