Teamgeist gesucht: Manager setzen auf Sozialkompetenz

ÖFB-Teamchef Marcel Koller

ÖFB-Teamchef Marcel Koller: Ohne Teamgeist kein Erfolg

Welchem Job-Bewerber würden Sie anstellen? Den mit den besten Qualifikationen, oder den, der am besten in ihr Team passt? HR-Manager sind sich ziemlich einig: Sie würden sich für zweiteren entscheiden.

Manchmal ist es im Beruf wie im Fußball: Dort kann man auch die besten und teuersten Spieler in ein Team zusammenfassen, aber dennoch kommt am Ende nur ein Murks heraus. Steht aber ein eingespieltes Team auf dem Feld, in dem jeder für jeden läuft und sich niemand zu schade für die berüchtigten Extra-Meter ist, dann kann dieses auch gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner eine große Leistung abliefern und gewinnen. Ein Team ist eben mehr als die Summe seiner Einzelteile.

HR-Manager wissen das nur zu gut. Selbst wenn sie in ihren Job-Ausschreibungen immer nach den Sternen greifen und Wunschkandidaten definieren, die am besten zwei abgeschlossene Studien haben und obendrein auch noch Zusatzqualifikationen vorweisen können; die mehrere Fremdsprachen auf Native-Speaker-Level beherrschen, einige Jahre Berufserfahrung mitbringen und dennoch noch jung, dynamisch und flexibel sind. Und die trotz all dieser Qualifikationen noch für ein relativ geringes Gehalt arbeiten wollen: In der Praxis zählen dann aber dann oft dennoch ganz andere Werte, denn was man nicht weiß, kann man lernen. Fehlenden Teamgeist hingegen kann man nur sehr schwer kompensieren.

Eine vom Online-Jobportal karriere.at unter Personalmanagern durchgeführte Umfrage zeigt daher auch: Wenn sie sich zwischen mehreren Kandidaten entscheiden müssen, dann haben die in den Job-Descriptions angeführten Hard Skills, die Bewerber mitbringen sollten, oft weniger Bedeutung als die Soft Skills.

So sind sechs von zehn Personalentscheidern der Meinung, dass man sich Fachwissen auch im Job aneignen kann. Sie legen daher viel mehr Augenmerk auf Eigenschaften wie etwa die Teamfähigkeit. Sieben Prozent stellen gute Performance im Team sogar über alles und sind überzeugt: „Nur homogene Teams sind gute Teams“. Knapp jeder Dritte (30 Prozent) sagt, dass der perfekte Kandidat zwei Teile Fachwissen und einen Teil Soft Skills mitbringen sollte. Nur Sechs Prozent halten Soft Skills dagegen für überflüssig und geben an, dass Fachkompetenz für sie das einzig Ausschlaggebende ist.

Soft Skills als das Zünglein an der Waage

Jürgen Smid, geschäftsführender Gesellschafter von karriere.at, beschäftigt mittlerweile selbst eine beachtliche Zahl an Mitarbeitern in seinem Unternehmen. Er weiß daher auch aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, die richtigen Player im Team zu haben. Das trifft auch auf Bereiche zu, in denen ein hoher Grad an Fachwissen erforderlich ist. "Mitarbeiter, die ihr Wissen mit anderen teilen und Dinge in einen größeren Zusammenhang stellen können, sind für Arbeitgeber ein unverzichtbarer Produktivitätsfaktor", sagt Smid. Und solche Mitarbeiter werden für die Unternehmen stets wichtiger, da Jobs, in denen Experten ausschließlich für ihren Fachbereich verantwortlich sind, immer seltener werden.

Es ist die richtige Mischung aus Fach- und Expertenwissen und den Soft Skills der Mitarbeiter, die ein gutes Team auszeichnet. "Soft Skills wie Teamfähigkeit sind daher in Bewerbungsprozessen häufig entscheidend, da sie Grundlage für effizientes Arbeiten sind, etwa in Projektgruppen“, weiß Smid. Der karriere.at-Chef rät daher Kandidaten, ihre Soft Skills in Bewerbungen nicht zu verschweigen, sondern durch Hobbys oder private Interessen zu untermauern.

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