Achtung, Fortschritt, los! Technologie-Trends 2017

Achtung, Fortschritt, los! Technologie-Trends 2017

Chatbots, Schwarmintelligenz, Blockchain und Big Data Anwendungen gehören zu den Innovationen, von denen im Jahr 2017 große Fortschritte ausgehen können. Für Unternehmen ebenso wie für die Allgemeinheit.

Willkommen im Jahr 2017. In einer Gegenwart, in der es kaum mehr ein Unternehmen gibt, dessen Geschäftsmodell nicht von den technologischen Innovationen der letzten Jahre abhängig ist, durch diese überhaupt erst ermöglicht wird oder das durch die neuen Technologien ernsthaft in Gefahr geraten ist. Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und Unternehmer, Manager, Institutionen und öffentliche Einrichtungen sind gefordert, die Entwicklungen im Auge zu behalten und die Potenziale auszuloten. Für ihr Geschäft oder die Allgemeinheit.

"Jede Firma sollte sich die Frage stellen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf ihr Geschäftsmodell haben wird und ob es ihr Business in der bisherigen Form in zehn Jahren überhaupt noch geben wird. Wer sich jetzt mit den neuesten Trends beschäftigt und die richtigen Fragen stellt, wird auch in Zukunft die Nase vorne haben. Denn der Einzug von Technologie in alle Unternehmensbereiche bietet deutlich mehr Chancen als Risiken für kleine und mittelständische Firmen“, meint Karl Zimmermann, Österreichs Managing Director der auf Softwarelösungen für Unternehmen spezialisierten Firma Sage.

Die weitere Entwicklung der folgenden fünf Trends sollte besonders genau beobachtet werden.

1. Chatbots, autonomes Computing

Autonome arbeitende Schnittstellen wie Chatbots, digitale Agenten und Sprach-Erkennung werden zusehends die Interaktion von Menschen und Maschinen prägen. Statt Tastatur, Maus oder Bildschirm werden die Geräte zusehends durch Spracheingabe oder Gesten - mit den Händen, dem Kopf oder den Augen - bedient.

Oder sie müssen gar nicht mehr bedient werden, um bestimmte Aufgaben auszuführen. Intelligente Software-Steuersysteme lernen dabei zum Beispiel, bestimmten Situationen oder Bedingungen Aktionen zuzuordnen und auch ganz ohne menschliche Eingriffe Aufgaben zu erledigen, so wie aktuell bereits Sensoren Alarm schlagen können. Feuermelder automatisch die Feuerwehr benachrichtigen oder Kollisions-Sensoren automatische Notrufe absetzen. In naher Zukunft könnten zum Beispiel Reisekostenabrechnungen in Unternehmen völlig autonom von Smartphones abgewickelt werden.

2. Künstliche Intelligenz, Schwarmintelligenz

Unzählige in Geräten eingebaute Sensoren generieren permanent und explosionsartig steigende Datenvolumen. Diese Daten können mit Hilfe von Big Data Anwendungen gespeichert, interpretiert und für weitere Anwendungen genutzt werden. Man spricht von künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) und Schwarmintelligenz (Collective Intelligence, CI).

Wenn über die oft weltweit verteilten Standorte von Konzernen oder über Unternehmensgrenzen hinweg Daten erfasst, geteilt und genutzt werden kann, dann daraus für Unternehmen oder auch für die Allgemeinheit ein erheblicher Mehrwert entstehen. Durch die Vernetzung und gemeinsamen Nutzung von Daten konnten beispielsweise im Gesundheitsbereich in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte in der Erforschung und Behandlung von Krebs und anderen schweren, seltenen Krankheiten erzielt werden.

3. Blockchain

Eine Blockchain ist im Grunde nichts weiter als eine auf viele Rechner verteilte Datenbank mit untereinander verketteten Datenblöcken, wobei jeder neue Datenblock auf den vorhandenen aufsetzt. Die aufeinander aufbauende Speicherung der Daten verhindert dabei nachträgliche Manipulationen. 2009 wurden Blockchains erstmals verwendet, um die Kryptowährung Bitcoin zu codieren und die einzelnen Bitcoins ihren jeweiligen Besitzern zuzuordnen.

Als technologische Basis dienen ein dezentral verteiltes Bestandsbuch und Verschlüsselungs-Algorithmen. Alle Teilnehmer einer Blockchain haben Zugriff auf das Bestandsbuch, in dem alle relevanten digitalen Informationen wie Eigentümerrechte oder oder Vermögenswerte enthalten sind. Änderungen in dem Bestandsbuch werden von den Computern aller Teilnehmer der Blockchain übernommen, sodass Manipulationen unmöglich sind.

Im vergangenen Jahr hat diese Technologie auch in der traditionellen Finanzwelt breiter Einzug gehalten und nun könnte das auch in weiteren Branchen der Fall sein. Vor allem Branchen, die als Vermittler zwischen zwei oder mehreren Parteien agieren, wie Rechtsanwälte, Notare, Immobilien- oder Finanzmakler, aber auch Buchhalter Rechnungsprüfer sowie Autoren oder Musiker, die ihre urheberrechtlich geschützten Werke in digitaler Form anbieten, könnten davon betroffen sein.

4. Cloud Computing

Die Wende von lokal installierten Softwarelösungen hin zu Cloud-basierten Angeboten, bei denen auf den lokal oder mobil genutzten Geräten nur noch die für den Zugang, den Login und die Nutzung der Anwendungen nötigen Daten gespeichert sind, wird sich weiter beschleunigen.

Cloud-Lösungen sind in der Regel günstiger und flexibler als fix installierte Software. Da sie auch automatisch aktualisiert werden entfällt auf der Seite der Anwender oft auch die mühselige und zeitraubende Einführung neuer Versionen. Um neue Funktionen nutzen zu können reicht in der Regel eine Aktualisierung auf Client-Seite. Unternehmen, die auf Cloud-Angebote setzen haben den Vorteil, dass sie Funktionen, die neu in Anwendungen integriert werden, auch umgehend selbst nutzen können. In der Kreativwirtschaft, zu der in Österreich etwa jedes zehnte Unternehmen zu rechnen ist und in der an die 140.000 Menschen Arbeit finden, sind Cloud-Lösungen etwa aus diesem Grund mittlerweile nahezu unverzichtbar. Weitere Wirtschaftsbereiche werden folgen.

5. Internet der Dinge

Zurück zu den Sensoren und dem Internet der Dinge, das sie umgibt. Die Zahl der in Maschinen, Autos, aber auch in Geräten des täglichen Gebrauchs oder in Kleidung integrierten und über diverse Funktechnologien mit dem Internet verbundenen elektronischen Fühler steigt weiterhin rasant an.

In aktuellen Neuwägen sind in der Regel bereits hunderte Sensoren verbaut. Einige von ihnen können im Bedarfsfall bereits selbsttätig mit einer Werkstat in Kontakt treten und dort einen Service- oder Reparaturtermin vereinbaren. Mit Hilfe der vom Online-Handelsriesen Amazon entwickelten Dash-Buttons können auf Knopfdruck und ohne weiteres Zutun Produkte wie Waschpulver, Druckertinte, Toner oder auch Tierfutter gekauft werden. Smart-Home-Lösungen werden durch das Internet der Dinge vorangetrieben und im Sozialbereich kann zum Beispiel die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen dadurch eine neue Qualität bekommen.

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