Zielpunkt-Pleite: Gläubiger fordern knapp 100 Millionen Euro

Zielpunkt-Pleite: Gläubiger fordern knapp 100 Millionen Euro

Beim Einzelhändler Zielpunkt ist seit 18. Februar endgültig Schluss. Die Gläubiger brachten nun Forderungen in Höhe von fast 100 Millionen Euro ein.

Die Zielpunkt-Pleite im vergangenen November war mit 237 Millionen Euro die größte Pleite des Jahres. Mehr als 3000 Gläubiger haben beim Handelsgericht Wien nun Forderungen in Höhe von 98,1 Millionen Euro angemeldet. Bisher sind aber nur 25,3 Millionen Euro anerkannt, der Rest ist derzeit bestritten.

Zielpunkt ist Geschichte, doch insgesamt 3056 Gläubiger haben beim Handelsgericht Wien ihre Forderungen angemeldet. Insgesamt fordern die Gläubiger - von denen rund 2.700 Dienstnehmer - 98,1 Millionen Euro. 25,3 Millionen Euro sind bereits anerkannt. Forderungen in der Größenordnung von rund 72,8 Millionen Euro sind derzeit bestritten.

Von den noch bestrittenen Forderungen werden laut Angaben des Insolvenzverwalters jedoch rasch weitere Forderungen von 6,6, Millionen Euro als bedingte Forderungen anzuerkennen sein.

Festzuhalten ist, dass in den angemeldeten Forderungen auch bedingte Schadenersatzforderungen (im Wesentlichen von Vermietern mit länger laufenden Mietverträgen, die bis dato keinen Nachmieter finden konnten) enthalten sind. In welchem Ausmaß diese tatsächlich schlagend werden, ist heute noch nicht abschließend beurteilbar, so der KSV1870.

Passiva könnten sich noch erhöhen

Aufgrund der Beendigung der Dienstverhältnisse von ehemals insgesamt rund 2.700 Mitarbeitern werden nunmehr deren Beendigungsansprüche berechnet. Sie werden in den kommenden Wochen nachträglich zur Anmeldung gebracht. Damit wird sich der derzeitige Stand der Passiva in Zukunft noch erhöhen.

Das Handelsgericht Wien hat bereits am 17.02.2016 die völlige Unternehmensschließung verfügt. Dem Insolvenzverwalter ist es gelungen, rund 100 Filialen einer Verwertung zuzuführen und werden diese Standorte nunmehr von neuen Betreibern übernommen und wiedereröffnet werden.

Der KSV1870 erwartet aus heutiger Sicht eine Quote für die unbesicherten Konkursgläubiger in einer Bandbreite von zehn bis 20 Prozent.

Eine Prognose wie lange das Insolvenzverfahren noch andauern wird, gestaltet sich schwierig. Sollten größere Prozesse geführt werden müssen, so müsste mit einer längeren Verfahrensdauer gerechnet werden.

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Informationen zu dieser und anderen Insolvenzen finden Sie auf der Seite des KSV1870

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